{"id":938,"date":"2012-05-15T10:45:03","date_gmt":"2012-05-15T08:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jkgrp.de\/?page_id=938"},"modified":"2012-05-15T10:45:30","modified_gmt":"2012-05-15T08:45:30","slug":"synagogen-s-z","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jkgrp.de\/?page_id=938","title":{"rendered":"Synagogen S-Z"},"content":{"rendered":"<p><strong> Sausenheim, Stadt Gr\u00fcnstadt,1 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Eckelg\u00e4ssschen<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: kein Gedenkstein<br \/>\nIm Jahre 1819 errichteten die Sausenheimer Juden in dem von der Hauptstra\u00dfe ab-zweigenden Eckelsg\u00e4sschen eine Synagoge, die 1834 abbrannte. Beim Wiederaufbau wurde die Synagoge erweitert. Nachdem sich die vier j\u00fcdischen Familien des Dorfes der Kultusgemeinde in Gr\u00fcnstadt angeschlossen hatten und die Aufl\u00f6sung der Ge-meinde am l. Januar 1877 in Kraft getreten war, verkaufte diese das nicht mehr ge-nutzte Synagogengeb\u00e4ude im gleichen Jahr.<\/p>\n<p><strong> Schifferstadt,2 Rhein-Pfalz-Kreis<\/strong><br \/>\n1815 besuchten die Schifferstadter Juden die Synagoge in Speyer sp\u00e4ter die in B\u00f6hl. Seit 1826 besa\u00dfen sie in Schifferstadt einen eigenen Bets l. 1851 erwarb man f\u00fcr 200 Gulden ein Hintergeb\u00e4ude in der Neuen Sandgasse (heute Hauptstra\u00dfe 24), um dort eine Synagoge zu errichten, die am 30. Juli 1852 eingeweiht wurde. Bis zum Neubau 1891 diente das Geb\u00e4ude in der Neuen Sandgasse als Synagoge.<\/p>\n<p><strong>Schifferstadt,3 Rhein-Pfalz-Kreis<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Bahnhofstra\u00dfe 48 (fr\u00fcher Eisenbahnstra\u00dfe)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt, in den 1950er Jahren abgerissen \u2013 heute Wohnhaus (Neubau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 1984 ist ein Gedenkstein in der N\u00e4he des Synagogenstandortes ange-bracht; auf dem j\u00fcdischen Friedhof wurde mit wiedergefundenen Grabsteinen eine Gedenkst\u00e4tte angelegt.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: im Heimatmuseum wird eine Schabbeslampe aus einem Schiffer-stadter j\u00fcdischen Haushalt ausgestellt; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 131; F\u00fchrer 1932, S. 311; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 90<br \/>\n1891 begannen die Bauarbeiten an der neuen Synagoge in der Bahnhofstra\u00dfe (fr\u00fcher Eisenbahnstra\u00dfe), die 1892 eingeweiht wurde. Sie besa\u00df an der Fassade \u00fcber dem Portal einen Hufeisenbogen, eine gro\u00dfe Rosette und zwei Rundbogenfenster. An den L\u00e4ngsseiten befanden sich je zwei Rundbogenfenster. Auf dem Giebel standen als Abschluss die Gesetzestafeln mit hebr\u00e4ischer Schrift. W\u00e4hrend der Reichspogrom-nacht 1938 steckten SA-M\u00e4nner die Synagoge in Brand, nachdem sie zuvor die Her-ausgabe des Synagogenschl\u00fcssels erzwungen hatten.4 Beim Anz\u00fcnden des Benzins zog sich ein SA-Mann schwere Gesichtsverletzungen zu. Die bis auf die Grund-mauern niedergebrannte Synagoge wurde in den 1950er Jahren zusammen mit dem Kantorenhaus abgerissen. Auf dem Gel\u00e4nde erstellte der neue Besitzer ein Wohnhaus.<\/p>\n<p><strong>Schwegenheim,5 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\nSchon vor 1830 hatten die Juden eine Betstube im Hause ihres Gemeindevorstehers.<\/p>\n<p><strong> Schwegenheim,6 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Lingenfeld, Weingarten)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hauptstra\u00dfe 179<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt und abgerissen \u2013 heute Parkplatz<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: eine Gedenktafel ist im Moritz-Walther-Weg, gegen\u00fcber der Hauptstra\u00dfe 106, angebracht<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: F\u00fchrer 1932, S. 317; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988, S. 91<br \/>\nUm 1830 errichtete die j\u00fcdische Gemeinde in der Hauptstra\u00dfe, heute ein Parkplatz neben der Raiffeisenbank, eine Synagoge. 1877 wurde f\u00fcr den Aron HaKodesch ein Vorhang gestiftet, der ein wahres Kunstwerk gewesen sein soll. Die zum Haus geh\u00f6-rende Wohnung war seit 1930 an ein Ehep r vermietet. W\u00e4hrend der Reichspogrom-nacht 1938 drang man gewaltsam in die Synagoge ein und zerst\u00f6rte Inneneinrichtung und Dach.<\/p>\n<p><strong> Sembach,7 Landkreis Kaiserslautern<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Eckstra\u00dfe 8<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: Vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Umbau 1976)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge war ein Fachwerkbau<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 136; Israel und wir 1966, S. 298<br \/>\nBis zur Franz\u00f6sischen Revolution besuchten die Sembacher Juden die Synagoge in M\u00fcnchweiler an der Alsenz. 1804 gab es in Sembach einhundertelf Juden, um 1813 war die Zahl der j\u00fcdischen Einwohner auf einhundertzwanzig angewachsen. Metzger Loew Baruch kaufte 1813 das ehemalige lutherische Schulhaus in der Eckstra\u00dfe, wo Synagoge und Mikwe eingerichtet wurden. Von 1823-1869 gab es in Sembach eine israelitische Schule. Da die Mehlinger Juden keinen Vors\u00e4nger und Lehrer mehr hatten, wurde ihnen der Besuch von Synagoge und israelitischer Schule in Sembach gestattet. In den 1860er Jahren bildeten Enkenbach, Sembach und Mehlingen eine Kultusgemeinde. Ab 1849 besuchten die j\u00fcdischen Kinder die \u00f6rtliche Volksschule. Wegen der stark schrumpfenden Zahl der j\u00fcdischen Kultusgemeinde musste der Synagogengottesdienst eingestellt werden; der genaue Zeitpunkt l\u00e4sst sich nicht mehr feststellen. Die Sembacher Juden gingen nun nach Kaiserslautern in die Synagoge. Das Synagogengeb\u00e4ude blieb erhalten und wurde 1976 in ein Wohnhaus umgebaut.<\/p>\n<p><strong> Speyer,8 mittelalterliche Synagoge<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Judenbadgasse 5 (Zugang jetzt von der Kleinen Pfaffengasse aus)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: heute Gedenkst\u00e4tte, Mittelalterlicher Judenhof<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: 1968 haben Stadt, Bistum Speyer und Pf\u00e4lzische Landeskirche gemeinsam eine Gedenktafel errichtet, die das Schicksal der j\u00fcdischen Gemeinde Speyer thematisiert. In den 1990er Jahren wurde eine Informationstafel zur Geschichte der Speyerer Judengemeinde angebracht.<br \/>\n<strong>Anmerkung<\/strong>: Mauerreste der mittelalterlichen Synagoge sind noch vorhanden; \u00e4lteste erhaltene mittelalterliche Mikwe Europas.<br \/>\nWissenschaftler der TU (Technischen Universit\u00e4t) Darmstadt haben eine virtuelle Rekonstruktion erstellt.<br \/>\nDie Synagoge, am 21.9.1104 eingeweiht, war ein romanischer Bau. 1250 wurde ein kleiner Frauenbetraum errichtet, der sich s\u00fcdlich an die M\u00e4nnersynagoge anschloss. Beide Geb\u00e4ude waren Bestandteile eines Komplexes, der noch weitere f\u00fcr die Kultusgemeinde zentrale Einrichtungen enthielt. Vermutlich im 16. Jahrhundert wurde die Synagoge aufgegeben und zweckentfremdet. Heute befindet sich auf dem Gel\u00e4nde eine Gedenkst\u00e4tte.<br \/>\nVom 11.-14. Jahrhundert gab es auf dem Gel\u00e4nde gegen\u00fcber dem Bahnhof einen j\u00fcdischen Friedhof, von dem nichts mehr erhalten ist.<\/p>\n<p><strong> Speyer,9 Privater Betsaal<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Wormser Stra\u00dfe 5 (Ecke L\u00f6ffelgasse)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: heute ein Textilgesch\u00e4ft im Erdgeschoss, im Obergeschoss eine Wohnung<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: kein Gedenkstein<br \/>\nDer Zuzug von Juden ab 1794 nach Speyer verlangte nach einer Synagoge. Von 1811-1837 haben Simon Adler, der von 1810-1830 Gemeindevorsteher war, und seine Frau in ihrem Haus Wormser Stra\u00dfe 5, einen Raum als Bets l zur Verf\u00fcgung gestellt. Da der Raum die Gemeindemitglieder nicht mehr fassen konnte, wurden zwischen 1819 und 1825 mehrere Anl\u00e4ufe zum Bau einer neuen Synagoge unternommen.<\/p>\n<p><strong>Speyer,10 Hellergasse<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Otterstadt, Waldsee)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hellergasse (vormals St\u00f6ckergasse 1)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt und abgerissen; eingeebnet und zum Park umgewandelt \u2013 heute Kaufhof (Neubau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 1978 gibt es am Standort der Synagoge eine Gedenktafel, 1992 wurde ein Gedenkstein errichtet.<br \/>\nIn der Taufkapelle des Speyerer Domes erinnert seit den 1990er Jahre eine B\u00fcste mit Inschrift an die Ermordung der J\u00fcdin und katholischen Ordensfrau Edith Stein.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge besa\u00df eine Orgel; j\u00fcdischer Friedhof als eigene Abteilung auf dem st\u00e4dtischen Friedhof vorhanden, von 1823-1888 gab es einen j\u00fcdischen Friedhof am ehemaligen St.-Clara-Kloster (am Frohsinn), er wurde 1938 gesch\u00e4ndet und 1939 an die Stadt abgetreten, er ist heute \u00fcberbaut.<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 139; F\u00fchrer 1928, S.140; F\u00fchrer 1932, S. 311; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 91<br \/>\nDie von August von Voit 1835\/1836 im maurischen Stil erbaute Synagoge wurde 1837 feierlich eingeweiht. Von Voit hat auch die Einrichtung und M\u00f6bel f\u00fcr die Synagoge entworfen. 1865\/1866 wurde sie nach Pl\u00e4nen von Max von Siebert und Johann Jakob Tanera in Richtung Westen erweitert und mit einer Orgel versehen. 1880 und 1890 erneuerte man die Inneneinrichtung. Der Aron HaKodesch erhielt eine neue Form, vor ihm wurde an der ganzen Ostwand eine Estrade errichtet, der Almemor aus der Mitte des Raumes entfernt und an seiner Stelle ein kleines Vorlesepult zwischen die ersten Bankreihen gestellt.<br \/>\nW\u00e4hrend der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge gepl\u00fcndert, v\u00f6llig niedergebrannt, eine wertvolle Bibliothek und die reiche Innenausstattung geraubt. Bis Dezember 1938 wurde die Synagogenruine abgetragen und das Gel\u00e4nde eingeebnet. Die Juden erhielten im Haus Cahn, Herderstra\u00dfe 3, einen Betraum. Das Verm\u00f6gen der Kultusgemeinde zog die Reichsfinanzverwaltung ein. 1957 zahlte die Stadt Speyer in einem Vergleich an die J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz den Betrag von 30.000 DM.<\/p>\n<p><strong>Speyer,11 Herdstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Herdstra\u00dfe 3 (heute Haus Nr. 3 a)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: heute Gastwirtschaft im Erdgeschoss, dar\u00fcber Wohnung<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\nIn der Herdstra\u00dfe 3 befand sich im Erdgeschoss ein Bets l von 30 qm mit einem Vorraum von 18 qm. Nach der Deportation der pf\u00e4lzischen Juden am 22. Oktober 1940 nach Gurs, dem Ende der j\u00fcdischen Gemeinde Speyer, wurde der Bets l als Abstellraum f\u00fcr die M\u00f6bel der deportierten Juden genutzt. Darunter befanden sich auch drei Gebetsrollen.<\/p>\n<p><strong> Speyer,12 J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz \u2013 Gemeindehaus Speyer<\/strong><br \/>\nLage: Am Weidenberg, 3<br \/>\nGeb\u00e4ude: neu errichtete Synagoge, er\u00f6ffnet am 9. November 2011<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<\/p>\n<p><strong> Steinbach am Donnersberg,14 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Kirchgasse<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1957 abgerissen \u2013 heute landwirtschaftlich genutzte Ger\u00e4tehalle\/Scheune (Neubau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge war ein Fachwerkgeb\u00e4ude; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden (in der Dorfmitte befand sich bis 1952 der alte j\u00fcdische Friedhof)<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 141; F\u00fchrer 1932, S. 314; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 93<br \/>\nUm 1806 kaufte die j\u00fcdische Gemeinde von Jakob Kissinger f\u00fcr 500 Gulden ein vor 1700 erbautes zweigeschossiges Wohnhaus in der Kirchgasse, richtete ihre Synagoge im Obergeschoss des Fachwerkgeb\u00e4udes ein und erstellte daneben ein Mikwehaus. 1841 musste die Synagoge gr\u00fcndlich renoviert werden, was nur durch eine Kollekte im K\u00f6nigreich Bayern sowie eine Spende des Frankfurter Bankiers Baron Anselm Meyer von Rothschild erm\u00f6glicht wurde. Das Geld aus Frankfurt, zweihundert Gulden, kam in bar per Postkutsche nach Steinbach. In der 1842 neu beschlossenen Synagogenordnung ist festgehalten, dass das \u201ePr\u00e4sitiren\u201c der Tabaksdose in der Synagoge als st\u00f6rend zu betrachten und deshalb verboten sei. 1901 forderte das Bezirksamt die Kultusgemeinde auf, Missst\u00e4nde in der Synagoge zu beseitigen.<br \/>\nAm Morgen des 10. November 1938 waren Dr. Maxon, Chef des Kreiskrankenhauses Rockenhausen, und Dr. Asthausen, praktischer Arzt in Winnweiler, in aller Fr\u00fche nach Steinbach gekommen, um die Judenschule (Synagoge) abzubrennen. Im Obergeschoss des Geb\u00e4udes befand sich der Bets l, im Erdgeschoss wohnte ein arischer aber armer Tagel\u00f6hner mit seiner Familie. Auf die Bitte des Ariers, sie doch nicht obdachlos zu machen, lie\u00dfen die beiden \u00c4rzte von ihrem urspr\u00fcnglichen Plan ab, warfen aber Einrichtung und Kultgegenst\u00e4nde aus dem Bets l, gossen Benzin dar\u00fcber und verbrannten die Inneneinrichtung der Synagoge.<br \/>\nIm Krieg waren in der ehemaligen Synagoge &#8211; mittlerweile im Besitz der Gemeinde Steinbach &#8211; Kriegsgefangene untergebracht, die in der Landwirtschaft arbeiteten. Nach dem Krieg wurde die Synagoge der J\u00fcdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz \u00fcbertragen, die das Geb\u00e4ude 1953 an einen Landwirt verkaufte, der es im folgenden Jahr samt Mikwehaus abrei\u00dfen lie\u00df und auf dem Gel\u00e4nde ein gro\u00dfes landwirtschaftliches Geb\u00e4ude errichtete.<\/p>\n<p><strong> Steinbach am Glan,15 Landkreis Kusel<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Br\u00fccken, Glanm\u00fcnchweiler)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hauptstra\u00dfe 78<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus (Umbau 1950)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: 1988 wurde ein Gedenkstein mit Gedenktafel gegen\u00fcber der Synagoge in kleiner Parkanlage errichtet.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die \u00e4lteste (1725) erhaltene Synagoge in der Pfalz; seit 2000 gibt es ein J\u00fcdisches Museum mit wertvollen Exponaten und einer Torarolle; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 141; F\u00fchrer 1932, S. 320; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988, S. 94<br \/>\nDie Synagoge 1725 erbaut, besteht aus einem Mauerwerk mit Ziegeldach, hat die Ma\u00dfe 13.8 x 9,8 m, neunzig M\u00e4nner- und f\u00fcnfzig Frauensitze. 1892 l\u00f6ste sich die j\u00fcdische Kultusgemeinde Br\u00fccken auf und trat der Kultusgemeinde Steinbach bei. In der 1838 errichteten israelitischen Schule wurde 1870 im Keller eine Mikwe eingerichtet. Das Geb\u00e4ude in der Hohlstra\u00dfe wurde 1916 nach Aufl\u00f6sung der israelitischen Schule als Armenhaus, sp\u00e4ter als Kindergarten genutzt und ist heute ein Wohnhaus. W\u00e4hrend der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge verw\u00fcstet, s\u00e4mtliche Fenster samt Fensterrahmen aus dem Mauerwerk gerissen, das Dach mehrfach besch\u00e4digt, die Inneneinrichtung zerst\u00f6rt, Einrichtungsgegenst\u00e4nde hinausgeschafft und verbrannt. Da die Synagoge am 11.11.1938 f\u00fcr 1200 Reichsmark an einen Metzger verkauft werden sollte, wird angenommen, dass die Juden zuvor die wertvollen Gegenst\u00e4nde aus der Synagoge entfernt haben.<br \/>\n1939 erwarb die Gemeinde Steinbach die Ruine samt Grundst\u00fcck f\u00fcr 500 Reichsmark, wobei sie 300 Reichsmark f\u00fcr Abbruchkosten abzog. 1944 wurde die Synagoge als Pferdelazarett und sp\u00e4ter als Abstellraum f\u00fcr Milit\u00e4rfahrzeuge benutzt. Der Metzgermeister, der das Geb\u00e4ude schon 1938 kaufen wollte, erwarb es jetzt f\u00fcr 700 Reichsmark. 1949 wurden Kauf und Weiterverkauf der Synagoge durch das Landgericht Kaiserslautern f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt, der K\u00e4ufer musste eine Nachzahlung von 2250 DM an die J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz leisten. Die Synagoge wurde 1950 zu einem Gesch\u00e4fts- und Wohnhaus umgebaut. In ihm befindet sich heute eine Metzgerei.<\/p>\n<p><strong> St. Ingbert,16 S rpfalz-Kreis<\/strong> (im 19. und 20. Jahrhundert geh\u00f6rten die j\u00fcdischen Gemeinden Blieskastel, Gersheim, Homburg und St. Ingbert zur bayeri-schen Pfalz und seit 1828 zum Bezirksrabbinat Zweibr\u00fccken\/Pirmasens)<br \/>\nVor dem Synagogenbau 1876 hatten die Juden einen Bets l im Erdgeschoss des Hauses ihres Vorstandes Wolfgang Kahn, Ecke Ludwigstra\u00dfe\/Poststra\u00dfe. Es ist dies das fr\u00fchere Kaufhaus Scherer. Ab 1875 ben\u00f6tigte Kahn die Lokalit\u00e4t f\u00fcr gewerbliche Zwecke und verkaufte der j\u00fcdischen Gemeinde einen Bauplatz f\u00fcr 1400 Gulden in der Josefstaler Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong> St. Ingbert,17, S rpfalz-Kreis<\/strong> (im 19. und 20. Jahrhundert geh\u00f6rten die j\u00fcdischen Gemeinden Blieskastel, Gersheim, Homburg und St. Ingbert zur bayerischen Pfalz und seit 1828 zum Bezirksrabbinat Zweibr\u00fccken\/Pirmasens)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Ecke Josefstaler Stra\u00dfe 22\/Staug\u00e4rtenstra\u00dfe<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Amt f\u00fcr Religionsunterricht der Protestantischen Landeskirche der Pfalz (Umbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel; seit 1951 steht auf dem j\u00fcdischen Friedhof ein Gedenkstein mit der Inschrift: \u201eDer Synagogengemeinde St. Ingbert, ihrem einstigen Gotteshause, ihren hier ruhenden Toten zur ehrenden Erinnerung. Stadtgemeinde St. Ingbert. Synagogengemeinde S r 1951\u201c<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: erhalten 10-Gebote-Tafel, Deckenmalerei im Originalzustand; Synago-ge wird zur Kirche (1947\/1948 christlicher Bets l); j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 130; F\u00fchrer 1932, S. 319; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988, S. 94<br \/>\n1875\/1876 wurde die St. Ingberter Synagoge erbaut und am 14. Januar 1876 feierlich eingeweiht. Die heiligen Tora-Rollen wurden unter B\u00f6llersch\u00fcssen und Musik durch beflaggte Stra\u00dfen von der alten zur neuen Synagoge gebracht. Sie war mit ausgepr\u00e4g-ten Pilastern versehen. Die Fassade war durch Rundfenster und ein Rundbogenportal strukturiert.<br \/>\nNach der S rabstimmung 1935 begannen die meisten Juden ihre H\u00e4user und Gesch\u00e4fte zu verkaufen. 1936 ver\u00e4u\u00dferte die j\u00fcdische Kultusgemeinde die Synagoge nebst Wohnhaus f\u00fcr 16.500 Reichsmark an die Stadt St. Ingbert. Sie wurde innen wie au\u00dfen umgestaltet und von 1936 bis 1944 als Luftschutzschule genutzt. Am 8. Juni 1945 wurde die Synagoge durch einen Milit\u00e4rrabbiner neu eingeweiht und diente von 1945-1947 als Synagoge f\u00fcr amerikanische Soldaten. Ab August 1947 war sie Bets l der freien Christengemeinde Bethanien. 1949 erfolgte die R\u00fcckerstattung an die j\u00fcdische Kultusgemeinde S r. 1950 kaufte die protestantische Kirchengemeinde die Synagoge und benutzte sie von 1956-1988 als Jugendheim. Seit 1988 ist das Amt f\u00fcr Religionsunterricht der Pf\u00e4lzischen Landeskirche in dem Geb\u00e4ude untergebracht.<br \/>\nDie Ausmalung der Holzdecke ist teilweise sehr gut erhalten. Die Decke ist mit roten und blauen Ornamenten sowie kleinen Sternen bemalt. Die Zehn-Gebote-Tafel, in den 1950er Jahren im Pfarrgarten der protestantischen Kirche ausgegraben, steht heute im Ostgiebel des Innenraums der 2003 innen und au\u00dfen gr\u00fcndlich renovierten Synagoge. Der Eingang bekam in den 1950er Jahren einen Vorbau, der mit einem Mosaik des einheimischen K\u00fcnstlers Fritz Berberich geschm\u00fcckt ist. Dargestellt ist das Motiv der J\u00fcnglinge, die aus dem Feuerofen gerettet werden, mit dem doppeldeutigen Zitat: SIEHE, UNSER GOTT, DEN WIR EHREN, KANN UNS WOHL ERRETTEN AUS DEM GL\u00dcHENDEN OFEN (Daniel 3,17).<br \/>\nNeben der Synagoge Josefstaler Stra\u00dfe 20 befindet sich die ehemalige israelitische Schule.<\/p>\n<p><strong>Teschenmoschel,18 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: D\u00f6rrmoschel, Waldgrehweiler)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Im Oberdorf 1<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1940 abgerissen \u2013 heute Garten<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: F\u00fchrer 1932, S. 314; Zacharias, Sylvia 1988, S. 93<br \/>\nDas Erbauungsjahr der Teschenmoscheler Synagoge, die sich im Oberdorf befand, wird mit 1756 angegeben. In unmittelbarer Nachbarschaft befanden sich die Anwesen des Schneiders Michael Forsch und des Kr\u00e4mers Jakob Forsch.<br \/>\nDie Juden aus Reipoltskirchen geh\u00f6rten bis in die zweite H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zur Synagogengemeinde Teschenmoschel. 1847 gingen Juden aus Bisterschied und D\u00f6rrmoschel zum Gottesdienst nach Teschenmoschel. Der in D\u00f6rrmoschel lebende Rattenf\u00e4nger Salomon Wolff verkaufte im Juli 1845 drei ihm geh\u00f6rige Betpl\u00e4tze und \u2013st\u00fchle in der Synagoge in Teschenmoschel f\u00fcr achtzehn Gulden an den Kr\u00e4mer Salo-mon Wolff in Teschenmoschel. Die Kultusgemeinde Waldgrehweiler, die sich 1893 aufl\u00f6ste, brachte zwei Torarollen in die Synagoge Teschenmoschel. Bis 1911 wurden in der Synagoge Gottesdienste abgehalten. Anfang des 20. Jahrhunderts mussten an der Synagoge kleinere Reparaturarbeiten durchgef\u00fchrt werden. W\u00e4hrend der Reichs-pogromnacht st\u00fcrmten SA-M\u00e4nner aus der Umgebung unter F\u00fchrung des einhei-mischen Zellenleiters Karl Kutscher die Synagoge, r\u00e4umten sie aus, warfen Kult- und Einrichtungsgegenst\u00e4nde auf die Stra\u00dfe, transportierten die Ger\u00e4tschaften ab und verbrannten sie am Dorfrand auf dem Feld. 1939 ging die Synagoge zwangsweise an die Gemeinde Teschenmoschel \u00fcber und wurde 1940 abgebrochen. 1973 kaufte ein Ehep r das Synagogengel\u00e4nde von der J\u00fcdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Auf dem Platz der Synagoge befindet sich heute ein Garten.<\/p>\n<p><strong> Thaleischweiler-Fr\u00f6schen OT Thaleischweiler, Landkreis S\u00fcdwestpfalz<\/strong><br \/>\n( Synagogen in der S\u00fcdwestpfalz, Thaleischweiler, S. XY)<\/p>\n<p><strong>Tiefenthal,19 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\nDie Juden des Ortes besa\u00dfen angeblich seit der Zeit um 1730 eine Synagoge, die von ihnen unter gro\u00dfen Opfern erbaut worden war. Als innere Ausstattung werden 1854 zwei kostspielige Gesetzestafeln erw\u00e4hnt. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter war die Betstube jedoch verwahrlost und g\u00e4nzlich unbrauchbar, auch fehlte die zu einem Gottesdienst n\u00f6tige Ausstattung, da die vier j\u00fcdischen Familien von Tiefenthal den Gottesdienst in Hettenleidelheim besuchten.<\/p>\n<p><strong> Venningen,20 Landkreis S\u00fcdliche Weinstra\u00dfe<\/strong><br \/>\nSchon 1815 wird f\u00fcr Venningen ein Betsaal erw\u00e4hnten.<\/p>\n<p><strong> Venningen,21 Landkreis S\u00fcdliche Weinstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Altdorf, Kirrweiler)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Schafsgasse 15<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Umbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: eine Gedenktafel ist seit 1990 am Geb\u00e4ude angebracht.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: erhalten hebr\u00e4ische Portalinschrift; Brunnen, der die Mikwe speiste, ist gut erhalten; Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 150; F\u00fchrer 1932, S. 317; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988<br \/>\n1847 erwarb die j\u00fcdische Gemeinde das Haus Nr. 36 in der Schafsgasse und baute den im Obergeschoss befindlichen Tanzs l zur Synagoge um. Schule und Lehrer-wohnung befanden sich ebenfalls in dem Geb\u00e4ude. Der Synagogenraum hatte ein Deckengew\u00f6lbe, M\u00e4nnersynagoge und Frauenbereich waren durch einen Vorhang voneinander getrennt. 1868 wurde bei der Renovierung der Synagoge ein k\u00fcnstlerisch ausgestalteter Himmel eingebaut. W\u00e4hrend der Reichspogromnacht wurde die Synagoge verw\u00fcstet und gesch\u00e4ndet, aber nicht zerst\u00f6rt.<br \/>\nIm Krieg waren in dem Geb\u00e4ude Kriegsgefangene untergebracht. 1952 wurde die Synagoge f\u00fcr 3000 DM an einen Schneidermeister verkauft. Beim Umbau zum Wohnhaus entfernte man den Sternenhimmel. Die drei Okuli im Giebel und die hebr\u00e4ische Inschrift \u00fcber dem Eingang sind noch gut erhalten. Die Portalinschrift lautet DU BIST GESEGNET IN DEINEM KOMMEN UND DEINEM GEHEN. Ein sieben Meter tiefer mit Sandstein ausgemauerter Brunnen, der die Mikwe speiste, ist noch erhalten; die Mikwe bestand bis Anfang der 1950er Jahre.<br \/>\nAlbert Teutsch, der die Geschichte der Juden der Gemeinde Venningen 1936 ausf\u00fchr-lich dargestellt hat, war mit der Tante Anna Segers verheiratet. Netty Reiling, bekannt unter dem Pseudonym Anna Seger, war eine j\u00fcdische Schriftstellerin aus Mainz. 1933 emigrierte sie \u00fcber Paris nach Mexiko, ging 1947 nach Ost-Berlin und war bis zu ihrem Tod 1983 die bekannteste DDR-Schriftstellerin.<\/p>\n<p><strong> Vorderweidenthal, Landkreis: S\u00fcdliche Weinstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n(Synagogen in der S\u00fcdwestpfalz, Vorderweidenthal, S. XY)<\/p>\n<p><strong> Wachenheim a.d.W.,22 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Bleichstra\u00dfe 5<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Umbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: in der Weinstra\u00dfe an einer Wingertmauer (Dr.-Wagner-Platz) befindet sich eine Gedenktafel, die an die j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger erinnert.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: Fachwerkaufsatz; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 152; F\u00fchrer 1932, S. 312; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 90.<br \/>\nBis 1812 besuchten die Juden ihren Gottesdienst in einem Privathaus. Die Synagoge wurde Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts als Mauerwerksbau mit Fachwerkaufsatz gebaut. Die eigentliche Synagoge befand sich im Obergeschoss. Im Erdgeschoss war die Wohnung des Vorbeters und im Keller die Mikwe unterge-bracht. Die Synagoge wurde w\u00e4hrend der Reichspogromnacht 1938 nicht zerst\u00f6rt. Einige Wachenheimer B\u00fcrger versteckten bis Kriegsende Torarollen und Kultgegenst\u00e4nde und retteten sie so vor der Zerst\u00f6rung. Das Geb\u00e4ude wurde in den 1940er Jahren vom derzeitigen Besitzer erworben, zum Wohnhaus umgebaut, die Mikwe zugesch\u00fcttet und die hebr\u00e4ische Inschrift \u00fcber der Eingangst\u00fcr GLANZ WOHNE IN DIESEM HAUSE entfernt. Nur noch die Grundmauern und wenige Fenster sind mit denen der Synagoge identisch.<\/p>\n<p><strong> Waldgrehweiler,23 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hauptstra\u00dfe 32 (fr\u00fcher Klostereck)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, Anfang der 1950er Jahre abgerissen<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die hebr\u00e4ische Portalinschrift wurde in Obermoschel in einem Privat-haus eingemauert; nach m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung befand sich bei der Synagoge eine Mikwe; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden; ungef\u00e4hr f\u00fcnfzig Meter vom Friedhof entfernt liegen unter Dornengestr\u00fcpp verschleppte Grabsteine (25.07.2000).<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 152; F\u00fchrer 1932, Israel und wir 1966, S. 298<br \/>\nSeit 1806 oder 1810 gab es in Waldgrehweiler ein Bethaus. Am Haus von Peter Arnold, Obermoschel, Triftweg 4, ist ein Stein eingemauert, der von der um 1950 abgerissenen Synagoge zu Waldgrehweiler stammt und die hebr\u00e4ische Portalinschrift (Psalm 118,20) tr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong> Wallhalben-Oberhausen OT Oberhausen, Landkreis S\u00fcdwestpfalz<\/strong><br \/>\n(Synagogen in der S\u00fcdwestpfalz, Wallhalben-Oberhausen, S. XY)<\/p>\n<p><strong>Wattenheim,24 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\nDer erste Hinweis auf eine Synagoge stammt aus dem Jahre 1812. Die alte Synagoge, die eher eine schlichte Betstube war, wurde noch einige Jahre nach dem Bau der neuen Synagoge 1849 f\u00fcr den Religionsunterricht genutzt. 1892 trennte sich die Kultusgemeinde von ihrer ersten Synagoge. Zusammen mit dem Vorderhaus, das Therese K\u00f6ster geh\u00f6rte, wurde die angebaute Synagoge f\u00fcr 1800 Mark an den Sattler-meister Daniel Hepp verkauft, der sie 1893 abrei\u00dfen lie\u00df und an deren Stelle eine Werkst\u00e4tte mit Waschk\u00fcche baute.<\/p>\n<p><strong> Wattenheim,25 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Stra\u00dfe ??<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, nach 1938 abgerissen \u2013 heute Garten<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Juden haben ihre Synagoge 1930 der kath. Kirche geschenkt, dennoch wurde sie 1938 gesch\u00e4ndet.<br \/>\n1847\/1848 erwarb die israelitische Kultusgemeinde Wattenheim einen Pflanzgarten in der Hauptstra\u00dfe und erbaute dort 1849 eine neue Synagoge. Die neue Synagoge soll ein mit Walmdach, Rundbogenfenstern und Empore versehenes kleines Geb\u00e4ude gewesen sein. 1881 schloss sich die Kultusgemeinde Wattenheim mit ihren wenigen Mitgliedern notgedrungen der Kultusgemeinde Hettenleidelheim an. Die Zahl der Juden verringerte sich drastisch. 1920 wohnte in Wattenheim nur noch eine j\u00fcdische Familie. 1927 boten die Juden ihre Synagoge der katholischen Kirchenverwaltung Wattenheim zum Geschenk an. Um diese Zeit wurde die Synagoge schon einige Jahre nicht mehr genutzt. Nach Besichtigung der Synagoge kam die Kirchenverwaltung zu dem Entschluss, dieses Geb\u00e4ude anzunehmen. Trotz der \u00dcbertragung an die katho-lische Kirchenstiftung wurde das Geb\u00e4ude w\u00e4hrend der Reichspogromnacht demo-liert. Wenige Tage nach der Sch\u00e4ndung der Synagoge beschloss die Kirchenverwal-tung einstimmig, die 1930 von der j\u00fcdischen Kultusgemeinde geschenkt erhaltene Synagoge mit Hof f\u00fcr 200 Reichsmark an ein Ehep r zu verkaufen. Nachdem ihnen die Genehmigung zum Umbau der Synagoge in ein Wohnhaus nicht erteilt wurde, lie\u00dfen die neuen Besitzer das zerst\u00f6rte Geb\u00e4ude abrei\u00dfen und legten einen Garten an.<\/p>\n<p><strong>Weingarten,26 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\nDie Juden in Weingarten besuchten um 1831 ihren Gottesdienst in einer Betstube, die sich in einem Privathaus befand.<\/p>\n<p><strong> Weisenheim am Berg,27 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hauptstra\u00dfe 28<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute f\u00fcr kulturelle Zwecke genutzt<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: eine Erkl\u00e4rungstafel ist am Geb\u00e4ude angebracht.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: erhalten Rundbogenfenster, Reste der Innenbemalung, Frauenempore Toranische, hebr\u00e4ische Portalinschrift (Psalm 118,20); Denkmalschutz seit 1983<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 155<br \/>\n1788 befand sich die Judenschule im Hause des Juden S\u00fc\u00dfkind. Dieses Haus, heute Hauptstra\u00dfe 44, befand sich bis 1835 in dessen Besitz. Ab 1827 wollten die Weisen-heimer Juden ihre Judenschule durch einen Neubau ersetzen. Nach vielen Schwierig-keiten konnte die Synagoge 1832 errichtet werden. Im Rundbogen des Eingangspor-tals ist in hebr\u00e4ischen Schriftzeichen das Erbauungsjahr 1832 festgehalten. Die Syna-goge, auf dem Grundst\u00fcck des Juden Abraham Kuhn errichtet, liegt etwa 100 m \u00f6stlich des Dorfplatzes in einer von der Hauptstra\u00dfe nach S\u00fcden abzweigenden Sackgasse. Die Synagoge ist ein aus Bruchsteinen errichtetes rechteckiges Geb\u00e4ude, ein schmuckloser Bau mit jeweils zwei hochgelegenen breiten Rundbogenfenstern an der Nord-, Ost- und S\u00fcdseite.<br \/>\n1898 bef\u00fcrwortete Bezirksrabbiner Dr. Salvendi die Aufl\u00f6sung der stark geschrumpf-ten j\u00fcdischen Kultusgemeinde Weisenheims und ihre Eingemeindung in Kallstadt. Die Gemeinde wehrte sich verzweifelt gegen ihre Aufl\u00f6sung, die aber 1908 nicht mehr aufzuhalten war. Das gesamte Verm\u00f6gen der bisherigen Kultusgemeinde Weisenheim am Berg fiel jetzt der Kultusgemeinde Kirchheim zu. 1909 wurde die Synagoge f\u00fcr 1220 Mark von einem Schreinermeister ersteigert und danach jahrzehntelang als Schuppen genutzt. Erhalten sind in der Ostseite noch zwei, in den L\u00e4ngsseiten je drei Rundbogenfenster, in der Ostwand die Toranische, eine hebr\u00e4ische Inschrift (Psalm 118,20) und die Frauenempore.<br \/>\nDie urspr\u00fcnglich freistehende Synagoge besticht durch die Geschlossenheit des Bauk\u00f6rpers, durch ihre klare Gliederung und ausgewogenen Proportionen. Sie geh\u00f6rt zu den wenigen Pf\u00e4lzer Synagogen, die ohne Umbauten und Ver\u00e4nderungen erhalten sind. Das restaurierte Geb\u00e4ude wird heute f\u00fcr kulturelle Zwecke genutzt. Eine kleine Erkl\u00e4rungstafel ist vorhanden.<\/p>\n<p><strong> Weisenheim am Sand,28 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 155<br \/>\nDas Bethaus der sieben j\u00fcdischen Familien befand sich in einem Privathaus und war 1830 in einem erb\u00e4rmlichen Zustand. Am 12. Mai 1855 wurde eine neue Synagoge eingeweiht.<\/p>\n<p><strong> Weitersweiler,29 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 155; Israel und wir 1966, S. 298<br \/>\nDie Juden von Weitersweiler versammelten sich schon im 18. Jahrhundert zu gemeinsamen Gottesdiensten. 1824 befand sich der Betraum in einem Privathaus, den der j\u00fcdische Eigent\u00fcmer der Gemeinde mietfrei zur Verf\u00fcgung gestellt hatte. Eine Synagoge wurde 1857 erbaut und existierte bis mindestens 1884.<\/p>\n<p><strong> Winnweiler, 30 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Marktplatz 13<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden \u2013 heute ein Neubau<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\nEinen Betraum gab es mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in der 2. H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts. Die erste bekannte Synagoge richtete 1819\/1820 der j\u00fcdische Metzger Strau\u00df in seinem Haus am Marktplatz ein. Die Synagoge befand sich im Oberge-schoss, im dar\u00fcber liegenden Dachgeschoss war die Frauenempore untergebracht. Da 1899 die Synagoge f\u00fcr bauf\u00e4llig erkl\u00e4rt wurde, entschloss man sich f\u00fcr einen Neubau. Das kleine Wohnhaus in der Neugasse 18 diente 1899-1901 vor\u00fcbergehend als Betraum. Das Haus am Marktplatz, heute Marktplatz 13, wurde nach dem 2. Welt-krieg neu aufgebaut.<\/p>\n<p><strong> Winnweiler,31 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Lohnsfeld)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Gymnasiumstra\u00dfe (fr\u00fcher Synagogengasse)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt, 1939 abgerissen \u2013 heute Parkplatz<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: 1984 wurde unterhalb der Synagoge ein Gedenkstein errichtet.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge ist von Ludwig Levy erbaut; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 154; F\u00fchrer 1932, S. 314; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 93<br \/>\nSchon 1888 hatte Bauschaffner Ritter aus Kaiserslautern einen Neubau vorgeschlagen. Im August 1896 formulierte die j\u00fcdische Kultusgemeinde sehr pr\u00e4zise ihre Vorgaben zum geplanten Synagogenneubau und beauftragte den ber\u00fchmten Karlsruher Profes-sor Ludwig Levy, Plan und Kostenvoranschlag auszuarbeiten. Ludwig Levy hielt sich weitgehend an die W\u00fcnsche der Kultusgemeinde. Im November 1899 segnete der Synagogenausschuss die Pl\u00e4ne Levys ab. Ohne Inneneinrichtung und Grundarbeiten wurden 14.900 Mark f\u00fcr den Synagogenneubau veranschlagt, eine Summe, die die kleine Gemeinde nur unter gro\u00dfen M\u00fchen aufbringen konnte. Sie z\u00e4hlte f\u00fcnfundzwanzig Mitglieder, von denen f\u00fcnf zahlungsunf\u00e4hig waren. Am 2. September 1900 fand im Stockborn, sp\u00e4tere Synagogengasse und heutige Gymnasiumstra\u00dfe die Grundsteinlegung und am 28. Juni 1901 die feierliche Einweihung der im neoromanischen Stil erbauten Synagoge statt. In einem feierlichen Festzug wurden f\u00fcnf Torarollen von der alten zur neuen Synagoge gebracht. Die Synagoge besa\u00df ein Harmonium.<br \/>\nDie w\u00e4hrend der Reichspogromnacht 1938 abgebrannte Synagoge wurde 1939 von einer Pioniereinheit der Wehrmacht im folgenden Jahr gesprengt und abgetragen. Unterhalb des Synagogenstandplatzes wurde 1984 ein Gedenkstein errichtet.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrzweiler,32 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\nNach Erinnerung eines alten B\u00fcrgers W\u00fcrzweilers, der 1880 befragt wurde, existierte bis Ende des 18. Jahrhunderts\/Anfang des 19. Jahrhunderts eine Synagoge in W\u00fcrz-weiler. Ab 1919 hat es in W\u00fcrzweiler keine Juden mehr gegeben.<\/p>\n<p><strong>Zweibr\u00fccken,33 Stadt Zweibr\u00fccken<\/strong><br \/>\n1832 bem\u00fchte sich der Kultusvorstand, das von Schneidermeister Ludwig Moser f\u00fcr 700 Gulden angebotene Geb\u00e4ude zwischen Schmidt\/Klostergasse zu erwerben, um darin eine Synagoge zu errichten. Im Erdgeschoss sollte die Vors\u00e4nger-Wohnung, im Obergeschoss auf einer Fl\u00e4che von knapp 60 Quadratmetern der eigentliche Bets l eingerichtet werden. Ein Jahr sp\u00e4ter, im Sommer 1833, war die erste Zweibr\u00fccker Synagoge aus eigenen Mitteln und Beitr\u00e4gen ausw\u00e4rtiger Glaubensgenossen errichtet worden. Die Synagoge stand am Ende des Judeng\u00e4ssschens, das etwa auf der H\u00f6he der heutigen Gesch\u00e4fte Seybold und Epting und Profit gelegen war. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Zweibr\u00fccker Juden alle zwei Jahre ein anderes Lokal mieten und j\u00e4hrlich 100 Gulden Miete zahlen. Auf einem Denkmal im Innern der Synagoge, von einem Gemeindemitglied gestiftet, war unter dem bayerischen Wappen folgendes Gebet an K\u00f6nig Ludwig formuliert:<\/p>\n<p><em>Er, der F\u00fcrsten Regierung verleihet und K\u00f6nigen Beistand leistet, dessen Reich aller Ewigkeiten Reich ist; der im Weltmeere Wege bahnt und Pfade macht in unruhigen Gew\u00e4ssern, der seinen Knecht David gerettet vom m\u00f6rderischen Schwert; segne, beh\u00fcte, besch\u00fctze, beschirme, erh\u00f6he und erhebe hoch empor unsern allergn\u00e4digsten Landesherrn und K\u00f6nig Ludwig von Bayern! Hoch erhaben bleibe seine glorreiche Herrschaft! K\u00f6nig aller K\u00f6nige, durch deine Huld erhalte und besch\u00fctze ihn, bewahre ihn vor allen Leiden, Verdru\u00df und Schaden, f\u00fchre Nationen unter seine Bothm\u00e4\u00dfigkeit, lasse seine Feinde in Schrecken vor ihm niederfallen, und wo er sich hinwendet, lasse ihn gl\u00fccklich sein! K\u00f6nig aller K\u00f6nige, durch deine unendliche Barmherzigkeit fl\u00f6\u00dfe seinem und den Herzen seiner Minister und R\u00e4te Mitleiden und Wohlwollen f\u00fcr uns und ganz Israel ein, da\u00df sie uns g\u00fctig behandeln, la\u00df in seiner und unserer Zeit Juda geholfen werden, Israel unter ihm in Sicherheit wohnen und nach Zion den Erl\u00f6ser kommen. O, da\u00df es dein Wille w\u00e4re! Amen.<\/em><br \/>\nBald zeigte es sich, dass die Synagoge den Erfordernissen der wachsenden j\u00fcdischen Gemeinde nicht gen\u00fcgte. Das Bem\u00fchen um einen Synagogenneubau begann schon 1860.<\/p>\n<p><strong> Zweibr\u00fccken,35 Stadt Zweibr\u00fccken<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Niederauerbach)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Ecke Ritterstra\u00dfe\/Wallstra\u00dfe (neue Synagoge)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt und 1939 abgerissen \u2013 heute Parkplatz<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 1970 ist eine Gedenktafel am Standort der Synagoge angebracht; eine gro\u00dfe Informationstafel mit einem Foto der Synagoge steht an der Ecke Wallstra\u00dfe \/Ritterstra\u00dfe<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: zwei j\u00fcdische Friedh\u00f6fe vorhanden (an den alten Friedhof am \u00d6lkorb erinnert ein Gedenkstein)<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 164; F\u00fchrer 1928, S. 142; F\u00fchrer 1932, S. 320; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988, S. 89<br \/>\nIm Sommer 1871 erwarb die j\u00fcdische Kultusgemeinde von B\u00e4ckermeister Christian Horn f\u00fcr 3000 Gulden einen Garten an der Wallstra\u00dfe als Bauplatz f\u00fcr die Synagoge. Die Pl\u00e4ne f\u00fcr den Neubau wurden vom Bezirksbauassessor Rau angefertigt, die Gesamtkosten auf 36.000 Gulden veranschlagt. Schlie\u00dflich kostete die architektonisch beeindruckende im maurischen Stil 1878 fertiggestellte Synagoge mehr als 60.000 Mark. Die finanzielle Belastung f\u00fcr die Gemeindemitglieder war so hoch, dass mehrere Familien die Stadt verlie\u00dfen. Die reformorientierte Haltung der Zweibr\u00fccker Juden in religi\u00f6s-kultischen Angelegenheiten l\u00e4sst sich mehrfach belegen, unter anderem durch den selbstverst\u00e4ndlichen Einbau einer Orgel durch die Firma Walker.<br \/>\nAm 10. November 1938 gegen sechs Uhr morgens wurde die Synagoge in Brand gesteckt und ist mit der gesamten Inneneinrichtung bis auf die Grundmauern restlos ausgebrannt. Die Ruine wurde sp\u00e4ter abgerissen. Die J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz verkaufte das Grundst\u00fcck 1958 f\u00fcr 44.495 DM an den Orden der armen Franziskanerinnen in Mallersdorf. Heute befindet sich auf dem Synagogengrundst\u00fcck ein unbebauter Platz, der im Besitz der protestantischen Kirchengemeinde ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sausenheim, Stadt Gr\u00fcnstadt,1 Landkreis Bad D\u00fcrkheim Lage: Eckelg\u00e4ssschen Geb\u00e4ude: nicht mehr vorhanden Gedenken: kein Gedenkstein Im Jahre 1819 errichteten die Sausenheimer Juden in dem von der Hauptstra\u00dfe ab-zweigenden Eckelsg\u00e4sschen eine Synagoge, die 1834 abbrannte. Beim Wiederaufbau wurde die Synagoge erweitert. 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