{"id":924,"date":"2012-05-14T22:33:27","date_gmt":"2012-05-14T20:33:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jkgrp.de\/?page_id=924"},"modified":"2012-05-14T22:33:27","modified_gmt":"2012-05-14T20:33:27","slug":"synagogen-k-l","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jkgrp.de\/?page_id=924","title":{"rendered":"Synagogen K-L"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><strong>Kaiserslautern,1 mittelalterliche Synagoge Am Altenhof<\/strong><br \/>\nJuden sind im 13. und 14. Jahrhundert in mehreren Urkunden belegt. In einem Dokument von 1344 ist indirekt und in einem von 1388 direkt von einer Synagoge die Rede. Nach der Verfolgungswelle von 1349 lassen sich j\u00fcdische Ansiedlungen am Altenhof und im Bereich der Judengasse hinter dem heutigen Spinnr\u00e4dl lokalisieren. Die Synagoge am Altenhof ist urkundlich gesichert. Durch den Fund einer Mikwe aus dem 14. Jahrhundert ist ein j\u00fcdischer Siedlungskern am Altenhof wahrscheinlich. Das Synagogengeb\u00e4ude ist heute nicht mehr genau zu lokalisieren. Die arch\u00e4ologisch gesicherten Reste einer Mikwe sind Zeugnis j\u00fcdischen Lebens im Mittelalter.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Kaiserslautern,2 Synagoge Am Abendsberg<\/strong><br \/>\nUm die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zogen j\u00fcdische Familien aus verschiedenen pf\u00e4lzischen D\u00f6rfern nach Kaiserslautern und nutzten dabei die neue Gewerbefreiheit unter franz\u00f6sischer Herrschaft. Nach 1815 vergr\u00f6\u00dferte sich die j\u00fcdische Gemeinde, 1834 waren es einhundertacht, 1848 zweihundertvierzehn Personen. Um 1824 fanden Gottesdienste im Privathaus Is k Rubels statt, ab 1834 gab es einen eigenen Betraum in einem Geb\u00e4ude Am Abendsberg (heute das Gel\u00e4nde oberhalb der Kreisverwaltung), das aber nicht genau zu lokalisieren ist. Schon seit 1834 wollte die j\u00fcdische Gemeinde eine eigene Synagoge errichten, was aber durch st tliche Stellen hinausgez\u00f6gert wurde. Die Synagoge Am Abendsberg wurde bis 1848 benutzt.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Kaiserslautern, 3 Salzstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Salzstra\u00dfe 8<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1972 abgerissen \u2013 heute mehrst\u00f6ckiges Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus (Neubau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n1848 wurde in der Salzstra\u00dfe eine Synagoge errichtet und im gleichen Jahre eingeweiht. Sie war ein einfacher, zweist\u00f6ckiger Bau mit maurisch-orientalischen Stilelementen (Hufeisenbogen) an Fenstern und Portal und diente der j\u00fcdischen Gemeinde f\u00fcr einige Jahre auch als Schule. Der Synagogenraum befand sich im ersten Stock. In unmittelbarer N\u00e4he soll sich vor 1848 eine Mikwe befunden haben. Hinter der Synagoge gab es bis 1936 die schmale Synagogengasse.<br \/>\nDas Synagogengeb\u00e4ude wurde 1886 verkauft und zu einem Wohnhaus mit mehreren kleineren Wohnungen umgebaut. Die maurischen Fensterformen blieben erhalten. 1945 war sie neben G\u00f6llheim und Lustadt eine der wenigen erhaltenen Synagogen mit maurisch-orientalischen Stilelementen in der Pfalz. Das Geb\u00e4ude wurde 1972 wegen Stra\u00dfenverbreiterung abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kaiserslautern,4 Luisenstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Mehlingen)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Luisenstra\u00dfe 2\/Fischerstra\u00dfe 12, heute Synagogenplatz<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 gesprengt und abgerissen \u2013 heute Parkanlage mit Denkmal<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 2003 gibt es ein Mahnmal am Standort der Synagoge; der alte Gedenk-stein von 1980 steht nur wenige Meter vom neuen Mahnmal entfernt.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge besa\u00df eine Orgel; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 74; F\u00fchrer 1932, S. 312f.: Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 93<br \/>\nDie schnell wachsende j\u00fcdische Kultusgemeinde ben\u00f6tigte eine gr\u00f6\u00dfere Synagoge und erwarb 1881 ein Grundst\u00fcck f\u00fcr 23.000 Mark in der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe, heute Luisenstra\u00dfe. Es lag noch in der N\u00e4he des Zentrums und am Anfang der \u00f6stlichen Stadterweiterung. Die Synagoge wurde nach den Pl\u00e4nen des Landauer Architekten Professor Ludwig Levy \u00fcberwiegend im maurischen Stil ab 1884 errichtet und am 26.02.1886 feierlich eingeweiht. Die Synagoge besa\u00df eine gro\u00dfe Orgel und Nebenr\u00e4ume f\u00fcr kleinere Versammlungen und den Religionsunterricht.<br \/>\nIm Sp\u00e4tsommer 1938 wurde die j\u00fcdische Gemeinde von der Stadtverwaltung unter Druck gesetzt und musste die Synagoge verkaufen. Die Abrissarbeiten zogen sich vom 29. August bis Oktober 1938 hin, die letzten Sprengungen wurden auf einem Film festgehalten, zahlreiche Zuschauer wohnten diesem barbarischen Akt bei. Nach dem Abriss der Synagoge wurde der j\u00fcdischen Gemeinde f\u00fcr kurze Zeit ein Betraum im alten Zuchthaus (Schlo\u00dfstra\u00dfe) zugewiesen, die geplante Nutzung des Geb\u00e4udes der aufgel\u00f6sten Freimaurerloge kam nicht zustande. Ab 1939 diente das Grundst\u00fcck der Synagoge als Aufmarschplatz, 1943 wurde hier eine Luftschutzanlage errichtet. 1950 konnte mit Erlaubnis der J\u00fcdischen Kultusgemeinde auf dem Grundst\u00fcck der Mai- und Oktobermarkt stattfinden. Erst am 07.05.1951 wurde vor dem Landgericht ein Vergleich geschlossen: Die Stadt Kaiserslautern zahlte f\u00fcr das Gel\u00e4nde 265.000 DM Entsch\u00e4digung. Direkt neben dem Gel\u00e4nde wurde ein B\u00fcrohaus gebaut. Nach 1960 wurde am Rande der Gr\u00fcnanlage ein erster Gedenkstein errichtet mit dem Text: \u201eHier stand die Synagoge. 1886-1938\u201c. Im Jahre 1980 erhielt der Platz offiziell den Namen Synagogenplatz (mit einem zweiten Gedenkstein, Synagogenplatz). Nach langen kontroversen Diskussionen kam es im Jahre 2000 zu einem einstimmigen Beschluss des Stadtrats, auf dem Gel\u00e4nde ein Mahnmal f\u00fcr die ermordeten j\u00fcdischen B\u00fcrger aus Kaiserslautern und zur Erinnerung an die zerst\u00f6rte Synagoge zu errichten. Das im Herbst 2003 eingeweihte Denkmal besteht aus den Fragmenten zweier Pfeiler der Nordfassade. Dieser Teil mit einer gro\u00dfen Fensterrosette war 1938 als letzter zum Einsturz gebracht worden, was auf dem Filmdokument festgehalten ist. Auf der R\u00fcckseite der rekonstruierten Pfeiler befinden sich die Gedenktafel und die Namen von etwa zweihundert Juden aus Kaiserslautern. Die beiden \u00e4lteren Gedenksteine (Sandsteinfindlinge) sind an den Ecken der neu geschaffenen Gr\u00fcnanlage aufgestellt, wobei der Grundriss der ehemaligen Synagoge durch eine Heckenpflanzung nachgebildet ist. Das Denkmal soll noch am Ort erg\u00e4nzt werden durch die M\u00f6glichkeit einer Betrachtung der virtuellen Rekonstruktion (CAD der TU Darmstadt).<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kaiserslautern, 5 Schlo\u00dfstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Schlo\u00dfstra\u00dfe 2\/II<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden &#8211; Das Geb\u00e4ude (im Eigentum der Stadt) wurde im Oktober 1967 abgerissen.<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\nIn diesem Geb\u00e4ude gegen\u00fcber der Fruchthalle hatte die J\u00fcdische Gemeinde zwischen 1961 und 1965 vor\u00fcbergehend einen bescheidenen Bets l eingerichtet. Er befand sich in einer Wohnung im Dachgeschoss. Meist waren es Displaced Persons aus osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern, die wegen der zahlreichen Einrichtungen der US-Streit-kr\u00e4fte in und um Kaiserslautern vor allem im gastronomischen Gewerbe t\u00e4tig waren.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Kaiserslautern, 6 Gemeindezentrum Basteigasse<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Basteigasse 4<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: fr\u00fcher Wohnhaus &#8211; heute Synagoge der J\u00fcdischen Kultusgemeinde Kaisers-lautern \u2013 Gemeindehaus Kaiserslautern &#8211; und der Rheinpfalz (Umbau)<br \/>\nIm Jahre 1965 konnte die J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz im Zentrum der Stadt ein Wohnhaus mit einem gro\u00dfen Lagerraum (M\u00f6belhaus) erwerben und zu einem Gemeindezentrum mit integrierter Synagoge (etwa 100 Pl\u00e4tze) umbauen. Die Fassade des Geb\u00e4udes wurde in den 1980er Jahren erneuert, die Nebenr\u00e4ume wurden um das Jahr 2000 umgebaut und dienen heute der Verwaltung, den Gemeinde-versammlungen und dem Religions- und Sprachunterricht. Auf dem Balkon im ersten Stock kann eine Sukka (Laubh\u00fctte) eingerichtet werden. Die j\u00fcdische Gemeinde in Kaiserslautern ist durch die Zuwanderung aus den GUS-St ten auf \u00fcber dreihundert Personen angewachsen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Kaiserslautern, 7Gemeindezentrum Waldstra\u00dfe<\/strong><br \/>\nIm 2. Stock des Geb\u00e4udes Waldstra\u00dfe 32 hatte die neugegr\u00fcndete j\u00fcdische Kulturge-meinde Teschuwa (Erneuerung) von 1995-2001 einen Versammlungs- und Betraum eingerichtet. Diese Gemeinde bestand aus zugewanderten russischsprachigen Juden, die nicht in die J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz integriert waren; sie l\u00f6ste sich nach 2001 wieder auf.<br \/>\nSeit den 1950er Jahren gibt es auf der Air Base Ramstein und an anderen Standorten der US-Armee in der Pfalz Chapels, die den verschiedenen Religionen und Konfessi-onen zum Abhalten ihrer Gottesdienste zur Verf\u00fcgung stehen. Auf der Air Base Ramstein gibt es einen Armeerabbiner.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kallstadt,8 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Neugasse 12<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Umbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: erhalten \u00e4gyptische Stilelemente; Pl\u00e4ne im Landesarchiv Speyer, wurden nicht verwirklicht<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 75; Israel und wir 1966, S. 298<br \/>\nIn Kallstadt bestand bereits unter leiningisch-hartenburgischer Herrschaft eine Synagoge. Das heutige Geb\u00e4ude wurde 1836\/1837 von August von Voit errichtet. Erhalten sind noch die stra\u00dfenseitigen Au\u00dfenw\u00e4nde und der Giebelbereich mit Fenstern. Trotz der Ver\u00e4nderungen im Innern ist der eigentliche Synagogenraum, die Wandgliederung und Teile der Ausmalung an W\u00e4nden und Decken noch gut erkenn-bar. Die Synagoge wurde 1918 profaniert und dient seit Jahrzehnten als Wohnhaus. Das Innere wurde Ende der 1990er Jahre umgebaut. <\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kerzenheim,9 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\nDie Kerzenheimer Juden besuchten den Gottesdienst in einem Bets l, der 1811 errichtet worden war. Der Bets l war ein schlichter Raum, der auch zur Erteilung des Unterrichs diente. 1862 lebten neun j\u00fcdische Familien in Kerzenheim.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kindenheim,10 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\nNach einem 1762 zwischen den Juden von Kindenheim, Bubenheim, Gro\u00df- und Kleinbockenheim geschlossenen Vergleich, den Graf Reinhard Carl von Leiningen &#8211; Heidesheim am 22. M\u00e4rz 1763 best\u00e4tigte, durfte der Gottesdienst nur in der Synagoge von Kindenheim stattfinden. Als man diese 1786 neu erbaut hatte, erneuerte man diese Vereinbarung. Die eigentliche Synagoge befand sich im oberen Stockwerk eines Geb\u00e4udes, dessen Erdgeschoss eine Durchfahrt und eine K\u00fcche enthielt. Sie war 6,30 m lang, 7,00 m breit sowie 5,04 m hoch, besa\u00df sechsundachtzig Sitz- und einige Stehpl\u00e4tze. Am 14. September 1907 beschloss die j\u00fcdische Gemeinde, die Synagoge und das Schulhaus zu verkaufen, da sie beide Geb\u00e4ude nicht mehr ben\u00f6tigte, diese sich in einem bauf\u00e4lligen Zustand befanden und das Geld f\u00fcr die notwendigen Wiederherstellungsarbeiten fehlte. In Kindenheim ist ein j\u00fcdischer Friedhof.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Kirchheim a. d. W. (fr\u00fcher a. d. Eck)11 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\nDie im Jahre 1798 erbaute Synagoge musste im Herbst 1880 baupolizeilich geschlos-sen und ein Jahr sp\u00e4ter abgerissen werden.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kirchheim a. d. W. (fr\u00fcher a. d. Eck)12 Landkreis Bad D\u00fcrkheim<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Gro\u00dfkarlbach, Kleinkarlbach, Wei\u00dfenheim)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hintergasse 19<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Umbau um 1970)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel; auf dem j\u00fcdischen Friedhof wurde schon 1947 ein Denkmal als \u201eWiedergutmachung\u201c errichtet.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: Denkmalschutz seit 1987; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 77; F\u00fchrer 1932, S. 309; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 91<br \/>\nDie Errichtung einer neuen Synagoge nach Pl\u00e4nen des Frankenthaler Bezirksbau-schaffners Lehner erfolgte in den Jahren 1883\/1884. Das neuromanische Geb\u00e4ude beherbergte die eigentliche Synagoge sowie eine Wohnung f\u00fcr den Lehrer, den Schul-s l und die Mikwe. W\u00e4hrend der Reichspogromnacht wurde die Synagoge verw\u00fcstet, 1939 an die Gemeinde Kirchheim verkauft; sie stand danach lange Zeit leer. Beim Umbau der Synagoge in ein Wohnhaus 1970 wurde das Innere total ver\u00e4ndert. 1970 erwarben Privatleute das Geb\u00e4ude und bauten es zu einem Wohnhaus um. W\u00e4hrend die Wandgestaltung am Au\u00dfenbau \u2013 Rundbogenfries und Lisenengliederung an der Stra\u00dfenfront &#8211; sowie der Risalit an der Ostfassade noch erhalten sind, wurden die Fenster weitgehend ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kirchheimbolanden,13 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\nSchon im 18. Jahrhundert gab es in Kirchheimbolanden eine Synagoge, die f\u00fcr die seit 1820 stark anwachsende j\u00fcdische Gemeinde zu klein geworden war. 1818 ersteigerte sie deshalb das ehemals herrschaftliche Badehaus neben der protestantischen Pfarr-kirche St. Paul, um dort Synagoge, Lehrerwohnung und Schule zu errichten. Gegen die von der Regierung in Speyer erteilte Genehmigung zur Errichtung der Synagoge regte sich heftiger Protest, insbesondere von der protestantischen Kirchengemeinde. Beim gro\u00dfen Stadtbrand 1833 wurden j\u00fcdische Schule und Synagoge, die sich in dem Goldmannschen Haus in der Schlo\u00dfstra\u00dfe 33 befanden, zerst\u00f6rt. Man entschied sich zu einem Neubau.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kirchheimbolanden,14 Donnersbergkreis<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Marnheim)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Am Husarenhof 8, zwischen Paulskirche und Schlo\u00dfplatz (fr\u00fcher Schlo\u00dfstr. 15)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt und 1941 abgerissen \u2013 heute Parkanlage<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 1978 ist eine Gedenktafel am Standort der Synagoge angebracht; 1984 wurden drei Steine aus den Konzentrationslagern Natzweiler-Struthof, Dachau und Auschwitz vor der Gedenktafel aufgeschichtet; 1988 wurde eine Zusatztafel enth\u00fcllt; die Gedenktafeln und -steine befinden sich in der Parkanlage zwischen Paulskirche und Schlossplatz.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 77; F\u00fchrer 1932, S. 313; Israel und wir 1966, S. 298<br \/>\nDie zwischen Pauluskirche und Schlossplatz liegende Synagoge wurde 1835\/1836 nach Pl\u00e4nen von August von Voit im klassizistisch-maurischen Mischstil errichtet. Von Voit entwarf auch die Einrichtung und die M\u00f6bel der Synagoge. Die eigentliche Synagoge befand sich im Obergeschoss des Geb\u00e4udes. Die Synagoge wurde am Morgen des 10. November 1938 in Brand gesteckt und brannte bis auf die Grund-mauern nieder. Die Reste wurden 1941 gesprengt und abgetragen, der Bauschutt zum Auff\u00fcllen der Bahnhofstra\u00dfe benutzt.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kirrweiler,15 Landkreis S\u00fcdliche Weinstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Schlossgasse (Hinterhof)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Umbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge war ein Fachwerkbau; Mikwe aus dem 17. Jahrhundert; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 77; F\u00fchrer 1932, Israel und wir 1966, S. 297<br \/>\nIn Kirrweiler steht die \u00e4lteste, wenn auch stark ver\u00e4nderte Synagoge im Landkreis S\u00fcdliche Weinstra\u00dfe. Bei Umbauarbeiten am Haus Nr. 4 in der Kirchstra\u00dfe wurde 1953 die aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert stammende Mikwe entdeckt. Das Ritualbad ist 1,5 m breit, 5 m lang und 3,9 m tief. Das Haus war 1689 erbaut worden, rechts und links davon wohnten einst auch j\u00fcdische Familien. Hier d\u00fcrfte sich auch die erste Synagoge befunden haben. Das rasche Anwachsen der j\u00fcdischen Gemeinde im 18. Jahrhundert zwang zum Handeln. 1766 kaufte die j\u00fcdische Gemeinde f\u00fcr 222 Gulden ein Anwesen in der Schlossgasse und errichtete darin eine Synagoge. 1830 wurde ein Nachbarhaus dazu erworben und die Synagoge vergr\u00f6\u00dfert. Dieser Bau ist heute noch in seiner Substanz erhalten. Bereits vor der NS-Zeit wurde die j\u00fcdische Gemeinde Kirrweiler jedoch aufgel\u00f6st und das Synagogengeb\u00e4ude verkauft. Das im Innern stark ver\u00e4nderte Geb\u00e4ude dient heute als Wohnhaus. Im Au\u00dfenbereich wurde ein Vordach angebracht. Erhalten ist der eigentliche Synagogenraum mit den beiden Rundbogenfenstern. Das direkt an die Synagoge angebaute Kantorenhaus wurde 1964 abgerissen.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kleinfischlingen,16 Landkreis S\u00fcdliche Weinstra\u00dfe<\/strong><br \/>\nIn Kleinfischlingen gab es 1815 eine Betstube, in welcher der Gottesdienst durch einen Kantor geleitet wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Klingenm\u00fcnster,17 Landkreis S\u00fcdliche Weinstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Steinstra\u00dfe 3<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1946 abgerissen \u2013 heute Wohnhaus, \u00d6kumenische Sozialstation (Neubau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: es gab eine Mikwe<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 78; Israel und wir 1966, S. 297<br \/>\nDie Synagoge, in Klingenm\u00fcnster nur als Judenschule bekannt, war ein kleines Geb\u00e4ude, das 1945 durch Artilleriebeschuss besch\u00e4digt und 1946 wegen Bauf\u00e4lligkeit abgerissen wurde. Auf dem Synagogengel\u00e4nde steht heute ein Wohn- und Gesch\u00e4fts-haus, in dem neben dem Elektrogesch\u00e4ft L\u00f6hlein die \u00d6kumenische Sozialstation untergebracht ist. Das Geb\u00e4ude hatte zur Stra\u00dfenseite eine doppelseitige Treppe.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Konken,18 Landkreis Kusel<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hauptstra\u00dfe 15 (B 420)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, das Geb\u00e4ude wurde Ende der 1950er Jahre abge-rissen \u2013 heute Garage\/Reparaturwerkstatt (Neubau auf dem Grundriss der Synagoge)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: hier soll es nach \u00f6rtlicher \u00dcberlieferung einen kleinen j\u00fcdischen Friedhof gegeben haben.<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 80; F\u00fchrer 1932, Israel und wir 1966, S. 298<br \/>\nDie Synagoge wurde 1852\/1854 als Mauerwerkbau mit Kr\u00fcppelwalmdach errichtet. Sie besa\u00df Flachbogenfenster und eine hebr\u00e4ische Portalinschrift. Das kleine Geb\u00e4ude ist schon in den 1920er Jahren an den Landwirt Adolf Rech verkauft worden, da es nicht mehr als Synagoge diente. Lange als Scheune genutzt, wurde sie Ende der 1950er Jahre abgerissen und auf ihren Grundmauern ein kleines Geb\u00e4ude errichtet, das heute als Garage und Reparaturwerkstatt dient.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Kusel,19 Landkreis Kusel<\/strong><br \/>\nDie j\u00fcdische Gemeinde Kusel, zu der 1854 auch die Juden von Diedelkopf und Altenglan geh\u00f6rten, besa\u00df schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Bethaus in der Hintergasse. Um 1870 war dies v\u00f6llig verwahrlost, ein angrenzender Schweinestall mit Abtritt verpestete die Luft; die Bewohner h\u00f6herer Etagen st\u00f6rten den Gottesdienst. Die 1873 und 1887 vorgetragenen Bitten, eine eigene Synagoge errichten zu d\u00fcrfen, wurden von den Beh\u00f6rden abschl\u00e4gig beurteilt.<\/p>\n<p align=\"justify\"> Kusel,20 Landkreis Kusel<br \/>\n(Angeschlossen: E\u00dfweiler, Konken, Ulmet)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Ziegelg\u00e4sschen 7 (zwischen Marktplatz\/Marktstra\u00dfe.)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1984 abgerissen \u2013 heute k\u00fcnstlerisch gestalteter Platz<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel; seit 2000 ist eine Bronzeplastik ohne Text am Standort der Synagoge aufgestellt.<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 82; F\u00fchrer 1932, S.13; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 94<br \/>\nMittlerweile hatte sich die j\u00fcdische Gemeinde im Ziegelg\u00e4sschen zwischen Marktplatz und Marktstra\u00dfe einen Bets l eingerichtet. Das Geb\u00e4ude geh\u00f6rte einer Brauerei und diente in erster Linie als Fremdenstall der benachbarten Gastst\u00e4tte \u201eZum deutschen Kaiser\u201c. Um 1900 plante die j\u00fcdische Kultusgemeinde einen Synagogenneubau und kaufte als Bauplatz den Garten des B\u00e4ckers Karl Schwinn in der Lehnstra\u00dfe, den man sofort wieder an den Steinbruchbesitzer Hugo Bell weiter ver\u00e4u\u00dferte, da die Kosten f\u00fcr die Fundamentierung zu hoch waren. F\u00fcr das n\u00e4chste Bauvorhaben in der Ringstra\u00dfe waren schon die Pl\u00e4ne erstellt. Wahrscheinlich haben die hohen Kosten auch dieses Projekt scheitern lassen. Die Kultusgemeinde versammelte sich bis zum Jahre 1938 im Betsaal im Ziegelg\u00e4sschen hinter dem Hutmacherbrunnen. W\u00e4hrend der Reichspogromnacht 1938 wurde dessen Inneneinrichtung zerst\u00f6rt. Nach 1938 richtete man in dem Geb\u00e4ude ein \u00f6ffentliches Bad (Volksbad) ein, das 1984 abgerissen wurde. Am Standort der Synagoge befindet sich seit 2000 eine Bronzeplastik ohne Text. Auf die Bedeutung des Mahnmals weist nichts hin, es gibt weder ein Hinweisschild noch eine Gedenktafel.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Lachen-Speyerdorf, Stadt Neustadt OT Lachen21 <\/strong><br \/>\nDie Juden von Lachen besa\u00dfen sp\u00e4testens seit der Zeit um 1800 im Hinterhaus des Anwesens Hintergasse 284 einen Betraum. Er wurde 1912 aufgegeben.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Lambsheim,22 Rhein-Pfalz-Kreis<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hauptstra\u00dfe 52<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden &#8211; heute ein Wohnhaus (Umbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\nDie erste Synagoge in Lambsheim war eine Privatsynagoge in der Hauptstra\u00dfe 52. In dem Geb\u00e4ude, das aus der Zeit um 1780 stammt und immer Wohn- und Privathaus der Familie Weill war, richtete sich Familie Weill um 1800 eine Betstube ein, die auch von der j\u00fcdischen Gemeinde genutzt wurde. Sp\u00e4ter errichtete sich die j\u00fcdische Gemeinde eine Synagoge in der Hauptstra\u00dfe 43, die w\u00e4hrend der NS-Zeit abgerissen wurde. Das Weillsche Geb\u00e4ude diente nach umfangreichen Renovierungsarbeiten als Wohnhaus. Die Nische, in der sich fr\u00fcher der Aron HaKodesch befand, war in den 1980er Jahren noch erhalten.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Lambsheim,23 Rhein-Pfalz-Kreis<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Eppstein, Weisenheim am Sand)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Hauptstra\u00dfe 43, vormals Vorderga\u00df<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, es wurde Ende der 1940er Jahre abgerissen &#8211; heute ein Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus (Neubau 1957)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 1993 ist an der Au\u00dfenwand des alten Rathauses, Hauptstra\u00dfe Nr. 35, eine Gedenktafel angebracht.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 86; F\u00fchrer 1932, S. 310; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 90<br \/>\nSchon 1815 wird f\u00fcr Lambsheim ein angemieteter Bets l genannt. 1823 schlossen sich die Juden aus Flomersheim und Eppstein der Kultusgemeinde in Lambsheim an. 1829 erwarb die j\u00fcdische Kultusgemeinde von dem Juden Simon Abraham das Haus n\u00f6rdlich des Rathauses an der damaligen Vorderga\u00df und richtete in dem Geb\u00e4ude ein Gemeindehaus mit Synagoge im Obergeschoss ein. Zur Synagoge f\u00fchrten zwei Treppenaufg\u00e4nge, f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen getrennt. Im Erdgeschoss waren von 1842-1874 die j\u00fcdische Schule und Lehrerwohnung, im Keller befanden sich K\u00fcche und Badestube mit steinernem, sp\u00e4ter h\u00f6lzernem Badezuber. 1848 wurden die sperrigen Pulte durch B\u00e4nke ersetzt, 1881 erhielt die Synagoge einen neuen Treppenaufgang, der zur M\u00e4nnersynagoge und zum Frauenbereich f\u00fchrte. 1900 l\u00f6ste sich die Kultusge-meinde Weisenheim am Sand auf. Die wenigen Mitglieder wurden der Kultusge-meinde Lambsheim zugewiesen. Mitte der 1930er Jahre l\u00f6ste sich auch die Kultusge-meinde Lambsheim auf. Rechtsnachfolgerin wurde die damalige Bezirksstelle Pfalz der \u201eReichsvereinigung der Juden in Deutschland\u201c mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Am 10. November 1938 st\u00fcrmte die Hitlerjugend (HJ) das israelitische Gemeindehaus, demolierte die Inneneinrichtung der Synagoge im Obergeschoss, warf Kultgegenst\u00e4nde und Gew\u00e4nder auf die Stra\u00dfe und verbrannte den Leichenwagen. Die j\u00fcdische Gemeinde wurde gezwungen, das Anwesen f\u00fcr 1000 Reichsmark an die Milchgenossenschaft Lambsheim zu verkaufen. Nachdem das Geb\u00e4ude nach 1945 an die J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz zur\u00fcckgefallen war, verkaufte diese das Anwesen 1948 an einen Kaufmann, der es abrei\u00dfen lie\u00df. An gleicher Stelle wurde 1957 ein Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus errichtet.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Landau,24<\/strong><br \/>\n\u00dcber fr\u00fchere Synagogen der Landauer Juden ist nur bekannt, dass es vor 1435 und in den Jahren 1684, 1742 und 1752 in Landau Synagogen gegeben hat.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Landau<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Heute Gymnasiumstrasse 1<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus (Umbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n1797 kauften die Landauer Juden ein altes Haus, in dem sie eine Synagoge einrichteten, da die Synagoge an der nordwestlichen Ecke Waffenstra\u00dfe\/Schuster- gasse den Anspr\u00fcchen in keiner Weise mehr gen\u00fcgte. Schon in den 1840er Jahren dachte man an einen Neubau. Um die alte Synagoge erweitern zu k\u00f6nnen, erwarb die j\u00fcdische Gemeinde 1847, 1855, 1865 und 1867 vier um die Synagoge gelegene H\u00e4user. Als 1872 die Festungsw\u00e4lle geschleift wurden, verkauften sie diese Geb\u00e4ude wieder. 1879 erhielt die j\u00fcdische Gemeinde von der Stadt einen 2500 qm gro\u00dfen, in der Nordwestecke des neuen Bauquadrats Kaiserstra\u00dfe-Reiterstra\u00dfe-Kriegstra\u00dfe-Kaiserring gelegenen Bauplatz. Das alte Geb\u00e4ude wurde 1884 verkauft und von dem neuen Besitzer in ein Wohnhaus umgebaut, in dem sich heute Gesch\u00e4ftsr\u00e4umlich-keiten befinden.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Landau,26 Ecke Friedrich-Ebert-Stra\u00dfe\/Reiterstra\u00dfe<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Arzheim)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Ecke Friedrich-Ebert-Stra\u00dfe\/Reiterstra\u00dfe (fr\u00fcher Kaiserstra\u00dfe 3)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt und gesprengt &#8211; heute Wohnungen (Neubau 1959)<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge besa\u00df eine Orgel; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden;<br \/>\nin der Kaufhausgasse 9 befindet sich das Frank-Loebsche-Haus, das Wohnhaus der Urgro\u00dfeltern von Anne Frank; hier ist seit 1987 eine Ausstellung zur j\u00fcdischen Geschichte Landaus eingerichtet.<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 1968 ist an der Ecke Friedrich-Ebert-Stra\u00dfe\/Reiterstra\u00dfe eine Gedenkst\u00e4tte in Form eines Mahnmals, ein Bronze-Vierkant von 2,5 m H\u00f6he errichtet; 1988 wurde vor dem Mahnmal eine Gedenktafel in den Boden eingelassen; seit 1987 befindet sich am Haupteingang des Frank-Loebschen-Hauses eine Bronzetafel, die daran erinnert, dass hier die Urgro\u00dfeltern der Anne Frank gewohnt haben; eine 1987 an der \u00f6stlichen Begrenzungsmauer des Savoyenparks angebrachte Gedenktafel erinnert an die 1938 gesprengte Synagoge mit dem Text: \u201eDiese Mauer wurde mit Steinen der Landauer Synagoge errichtet. Erbaut 1884 &#8211; zerst\u00f6rt 1938\u201c.<br \/>\nVerzeichnet: Heidingsfelder 1884, S. 83; F\u00fchrer 1932, S. 316; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988: S. 92<br \/>\nIn der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Synagoge in der heutigen Gymnasiumstra\u00dfe zu klein geworden. Deshalb kaufte die j\u00fcdische Gemeinde in den Jahren zwischen 1847 und 1867 mehrere Nachbargrundst\u00fccke, um auf der so entstandenen Fl\u00e4che von 430 Quadratmetern eine neues Gotteshaus mit Ritualbad zu errichten. Als nach dem deutsch-franz\u00f6sischen Krieg die veraltete Festung Landaus geschleift und ihr Vorgel\u00e4nde zur Bebauung freigegeben wurde, beschloss der Vorstand der j\u00fcdischen Gemeinde, die Grundst\u00fccke in der Stadt wieder zu verkaufen und in dem \u201eNeubaugebiet&#8220; einen geeigneten Bauplatz zu erwerben. 1879 einigte er sich mit der Stadt \u00fcber die kostenlose \u00dcberlassung eines Grundst\u00fcckes am damaligen Kaiserring. Hier entstand nach Pl\u00e4nen des Bezirksbaumeisters Staudinger eine repr\u00e4sentatives Geb\u00e4ude, das sich in Gestalt und Proportionen an Vorbildern der Renaissance, in den Detailformen aber an denen der Romanik orientierte. 1884 konnte die pr\u00e4chtige Synagoge feierlich eingeweiht werden.<br \/>\nAm Morgen des 10. November 1938 stiegen SA-M\u00e4nner durch ein zerschlagenes Fenster in die Synagoge ein, \u00fcbergossen die B\u00e4nke mit Benzin und z\u00fcndeten sie an. Bis gegen Mittag war das Geb\u00e4ude ausgebrannt. Unter der wertvollen Einrichtung befand sich auch die von der Firma Voit aus Durlach erbaute gro\u00dfe Orgel. Am 12. November begann die Technische Nothilfe damit, die Ruine zu sprengen und abzutragen. Ein Teil des bei der Sprengung gewonnenen Materials wurde sp\u00e4ter zum Auff\u00fcllen der St\u00fctzmauer am Savoyenpark entlang der Xylanderstra\u00dfe verwendet. Auf dem Platz der Synagoge wurden nach 1959 Wohnungen f\u00fcr franz\u00f6sische Offiziere errichtet. Ein Mahnmal und eine Gedenktafel sind vorhanden. Sie befinden sich in einer kleinen Parkanlage, Ecke Friedrich-Ebert-Stra\u00dfe\/Reiterstra\u00dfe. Die Gedenktafel ist in den Boden eingelassen.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Landau,27 Sch\u00fctzengasse<\/strong><br \/>\nEin Betsaal befand sich Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre in der Sch\u00fctzen-gasse (vermutlich Nr. 4).<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Landau,28 Martin-Luther-Stra\u00dfe 2<\/strong><br \/>\nIn der Martin-Luther-Stra\u00dfe 2, neben der Stiftskirche, war f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen der franz\u00f6sischen Armee bis 1953 im ehemaligen Hotel Geist eine Synagoge bzw. ein Bets l untergebracht. Leiter war Armeerabbiner Kalifa. Das Geb\u00e4ude ist 2004 eine Bauruine.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Landstuhl,29 Landkreis Kaiserslautern<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Kanalstra\u00dfe 5<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Innenumbau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: F\u00fchrer 1932, S. 319; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988, S. 94<br \/>\nEnde des 19. Jahrhunderts gab es in Landstuhl siebenundsechzig Juden. Ein r\u00fchriger Synagogenbauverein betrieb schon seit Anfang der 1890er Jahre mit gro\u00dfem Engage-ment einen Synagogenneubau, zu dessen Ausf\u00fchrung es nie gekommen ist. Als preiswertere Alternative mietete der Synagogenbauverein im Haus des j\u00fcdischen Viehh\u00e4ndlers Moritz Aron in der Kanalstra\u00dfe 3 einen gro\u00dfen Raum an und errichtete darin eine Synagoge. Der angemietete Bets l befand sich rechts des Eingangs im S\u00fcdteil des langgestreckten Geb\u00e4udes, auf dessen Nordseite heute die Gesch\u00e4ftsstelle der Rheinpfalz untergebracht ist und mit seiner S\u00fcdseite auf die Kanalstra\u00dfe st\u00f6\u00dft. Hinter dem gemieteten S l lag die Wohnung des Viehh\u00e4ndlers Moritz Aron. Das genaue Erbauungsjahr der Synagoge l\u00e4sst sich nicht mehr ermitteln, d\u00fcrfte aber nach 1900 gewesen sein, da in diesem Zeitraum die j\u00fcdische Kultusgemeinde stark ange-wachsen war: 1880 gab es zweiundvierzig, 1900 siebenundf\u00fcnfzig und 1925 einund-achtzig Juden in Landstuhl. Um das Jahr 1930 f\u00fcgte der Synagogenbauverein an die Synagoge in der Kanalstra\u00dfe einen Anbau an, bei dem es sich um die Nische f\u00fcr den Aron HaKodesch gehandelt haben d\u00fcrfte, denn im gleichen Jahr berichtet die Landstuhler Zeitung \u00fcber die feierliche Einweihung eines neuen Toraschrankes. Am 10. November 1938 drangen gegen 10.00 Uhr morgens SA-M\u00e4nner in die Synagoge ein, zerst\u00f6rten die Einrichtung und brachten die Kultgegenst\u00e4nde auf das Polizei-revier. Der Bets l wird heute als Wohnung genutzt.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Leimersheim,30 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\nNach Arnold haben sich die Leimersheimer Juden um 1747 aus einem alten Stall ein Gebetshaus geschaffen. Bereits vor 1831 bestand eine Betstube in einem j\u00fcdischen Privathaus.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Leimersheim,31 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Neugasse 4 (fr\u00fcher Hauptstra\u00dfe 51)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1970 abgerissen \u2013 heute eine kleine Gedenkst\u00e4tte<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: 1972 wurde eine kleine Gedenkst\u00e4tte mit den Zehn-Gebote-Tafeln aus dem First der Synagoge errichtet.<br \/>\n<strong>Anmerkung<\/strong>: erhalten die Gesetzestafeln der Synagoge<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 86; F\u00fchrer 1932, S. 317; Israel und wir 1966, S. 297; Zacharias, Sylvia 1988, S. 91<br \/>\nDie neue Synagoge war ein klassizistischer Bau aus dem Jahre 1847. Bereits vier Wochen vor der Reichspogromnacht wurde die Inneneinrichtung der Synagoge von Wehrmachtsangeh\u00f6rigen demoliert. Am Abend des 10. November 1938 zerschlugen Ortsfremde und SA-M\u00e4nner aus Leimersheim und R\u00fclzheim mit \u00c4xten T\u00fcr und Fenster, zerhackten Betst\u00fchle und Empore, zerst\u00f6rten Kronleuchter, Toraschrein, Torarollen, Toram\u00e4ntel und weitere Einrichtungsgegenst\u00e4nde. Die Holzteile warf man auf die Stra\u00dfe, wo sie als Brennholz aufgelesen wurden. In den Jahren 1939\/1940 wurde die Ruine f\u00fcr 400 Reichsmark an die Gemeinde Leimersheim verkauft und 1970 abgerissen.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Lingenfeld,32 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\nBereits 1815 befand sich in Lingenfeld im Privathaus eines j\u00fcdischen Gemeindemit-gliedes eine Betstube, welche auch die Juden von Westheim, Schwegenheim und Germersheim besuchten.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Ludwigshafen a. Rh.,33 Ludwigstra\u00dfe<\/strong><br \/>\nNach der Gr\u00fcndung der j\u00fcdischen Gemeinde 1854\/1855 diente ihr als Synagoge ein angemieteter Raum im sogenannten Brugschen Haus in der Ludwigstra\u00dfe 4 a (neben T\u00fcrkheimer).<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Ludwigshafen a. Rh.,34 Ludwigstra\u00dfe<\/strong><br \/>\nSp\u00e4ter, bis zur Einweihung der neuen Synagoge 1865, haben die Ludwigshafener Juden zwei Zimmer im zweiten Stock des Hintergeb\u00e4udes im Stadthaus in der Ludwigstra\u00dfe, als provisorischen Bets l genutzt.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Ludwigshafen a. Rh.,35<\/strong><br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 34<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden, 1938 zerst\u00f6rt und abgerissen \u2013 heute Gesch\u00e4ftsstelle der Rheinpfalz (Neubau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: seit 1973 ist eine Gedenktafel am Verwaltungsgeb\u00e4ude der Rheinpfalz angebracht.<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: die Synagoge besa\u00df ein Harmonium; Kirche wird zur Synagoge; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 90; F\u00fchrer 1928, S. 132; F\u00fchrer 1932, S. 310; Israel und wir 1966, S. 298; Zacharias, Sylvia 1988, S. 89<br \/>\nSeit ihrer Gr\u00fcndung war die Gemeinde um den Neubau einer Synagoge bem\u00fcht. Der Bauplatz f\u00fcr die Synagoge gegen\u00fcber der im Bau befindlichen katholischen Ludwigs-kirche wurde von der Beh\u00f6rde abgelehnt. 1863 erwarb die israelitische Gemeinde die Simultankirche in der Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 34. 1865 wurde die Kirche innerhalb weniger Monate in eine Synagoge umgebaut und noch im gleichen Jahr von Bezirksrabbiner Dr. Gr\u00fcnebaum feierlich eingeweiht. Im festlichen Zug wurden die geweihten Torarollen vom provisorischen Bets l im Stadthaus zur neuen Synagoge gebracht. 1882 wurde die Synagoge renoviert, 1895 erweitert, 1902 gr\u00fcndlich umge-baut und mit einem Harmonium ausgestattet. Der Zentralbau mit drei Fensterachsen war durch Lisenen gegliedert. Die Fenster waren rundbogig, in der Mitte wurde der Bau durch einen Halbkreis \u00fcberw\u00f6lbt. Die Synagoge besa\u00df ein Mansardendach und an ihrer R\u00fcckseite in einem kleinen Geb\u00e4ude einen Bets l. W\u00e4hrend der Reichspogrom-nacht 1938 wurde die Synagoge aufgebrochen, alles Brennbare wie Gebetb\u00fccher, Teppiche, Bestuhlung zusammengetragen, zerschlagen, aufgeschichtet, mit Benzin \u00fcbergossen und angez\u00fcndet. Die Synagoge brannte bis auf die Grundmauern nieder, die Reste wurden abgerissen. Einige Kultgegenst\u00e4nde konnten jedoch gerettet werden. 1939 verkaufte die j\u00fcdische Gemeinde Ludwigshafen das Grundst\u00fcck f\u00fcr 7500 Reichsmark an die Stadt. Der Kaufpreis wurde 1941 an die Reichsvereinigung der Juden in Berlin \u00fcberwiesen. Diese hatte schon zuvor der Stadt den Betrag von 3326,57 Reichsmark f\u00fcr L\u00f6scharbeiten, Abriss- und Aufr\u00e4umungsarbeiten \u00fcberweisen m\u00fcssen. 1941 verkaufte die Stadt Ludwigshafen das Gel\u00e4nde an den NSZ-Westmark-Verlag, 1951 wurde es von der Rheinpfalz Verlags- und Druckerei GmbH f\u00fcr 18.270 DM erworben.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Lustadt OT Oberlustadt,36 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\n1815 wird f\u00fcr Oberlustadt eine Synagoge erw\u00e4hnt. 1846 sollte diese wegen Bauf\u00e4llig-keit geschlossen werden. Nach Einziehung zweier St\u00fctzpfosten konnte sie kurzfristig weiterbenutzt werden. 1846 erstanden die Juden aus Nieder- und Oberlustadt als vereinigte Synagogengemeinde Oberlustadt einen Bauplatz zum Neubau einer Syna-goge.<\/p>\n<p align=\"justify\"> <strong>Lustadt OT Oberlustadt,37 Landkreis Germersheim<\/strong><br \/>\n(Angeschlossen: Niederlustadt)<br \/>\n<strong>Lage<\/strong>: R\u00f6derstra\u00dfe 112 (fr\u00fcher Rosengasse)<br \/>\n<strong>Geb\u00e4ude<\/strong>: nicht mehr vorhanden \u2013 heute Wohnhaus (Neubau)<br \/>\n<strong>Gedenken<\/strong>: keine Gedenktafel<br \/>\n<strong>Anmerkungen<\/strong>: das angrenzende israelitische Schulgeb\u00e4ude ist noch erhalten; j\u00fcdischer Friedhof vorhanden<br \/>\n<strong>Verzeichnet<\/strong>: Heidingsfelder 1884, S. 111; F\u00fchrer 1932, S. 317; Israel und wir 1966, S. 298<br \/>\nDer stattliche Bau mit maurischen Ankl\u00e4ngen im Rundbogenfries der Fassade und einem reich gestalteten Hufeisenportal wurde 1850\/1851 von der vereinigten Syna-gogengemeinde Oberlustadt errichtet. \u00dcber dem Eingang zwischen den Fenstern befanden sich die Zehn-Gebote-Tafeln. Zur Innenausstattung geh\u00f6rten acht bronzene Leuchter. Am fr\u00fchen Nachmittag des 10. November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesteckt und bis auf die Umfassungsmauern vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Gleichzeitig verbrannte man vor der Synagoge die zuvor herausgeschafften Gegenst\u00e4nde wie Toraschrein und Torarollen. Eine Frau legte sich ein Rabbinergewand an und \u00e4ffte einen j\u00fcdischen Gottesdienst nach. Die Ruine wurde 1970 abgerissen. Auf dem Platz der Synagoge wurde ein Wohnhaus errichtet. Fundamente und Mauerreste (Fries) der Synagoge wurden beim Neubau verwendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaiserslautern,1 mittelalterliche Synagoge Am Altenhof Juden sind im 13. und 14. Jahrhundert in mehreren Urkunden belegt. In einem Dokument von 1344 ist indirekt und in einem von 1388 direkt von einer Synagoge die Rede. 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