{"id":56,"date":"2011-05-13T19:06:20","date_gmt":"2011-05-13T17:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/jkgrp.de\/?page_id=56"},"modified":"2020-02-27T13:09:48","modified_gmt":"2020-02-27T11:09:48","slug":"ludwigshafen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jkgrp.de\/?page_id=56","title":{"rendered":"Ludwigshafen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz<\/strong><br \/>\n<strong>Gemeindehaus Ludwigshafen<\/strong><br \/>\nOtto-Stabel-Str. 4<br \/>\n67061 Ludwigshafen<\/p>\n<p>In\u00a0Ludwigshafen bestand eine j\u00fcdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit <strong>Mitte des 19. Jahrhunderts<\/strong> zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die <strong>Zahl der j\u00fcdischen Einwohner<\/strong> entwickelte sich wie folgt: 1845 14 j\u00fcdische Einwohner (in zwei Familien), 1850 &#8211; 91, 1855 &#8211; 107, 1871 &#8211; 181, 1875 &#8211; 200,<br \/>\n1880 &#8211; 210, 1885 &#8211; 271, 1895 &#8211; 401, 1900 &#8211; 505, 1905 &#8211; 608, 1910 &#8211; 754.<\/p>\n<p>Offizielles <strong>Gr\u00fcndungsjahr<\/strong> der Gemeinde war <strong>1855<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Integration der j\u00fcdischen Einwohner im allgemeinen Leben der Stadt war im Blick auf die aus den n\u00e4heren und weiteren Umgebung der Stadt zuziehenden Familien v\u00f6llig unproblematisch. Bereits 1860 wurde ein j\u00fcdischer Einwohner in den Gemeinderat gew\u00e4hlt. J\u00fcdische Einwohner er\u00f6ffneten zahlreiche Gewerbebetriebe und Fabriken in der Stadt. Schwieriger war teilweise die Integration der nach Ludwigshafen zuziehenden relativ vielen osteurop\u00e4ischen Juden.<\/p>\n<p>An <strong>Einrichtungen<\/strong> hatte die j\u00fcdische Gemeinde insbesondere eine Synagoge, eine Religionsschule (von 1856 bis 1870 eine Israelitische Elementarschule) und einen <a href=\"http:\/\/www.alemannia-judaica.de\/ludwigshafen_friedhof.htm\">Friedhof<\/a>. Im <strong>Ersten Weltkrieg<\/strong> fielen aus der j\u00fcdischen Gemeinde viele Mitglieder.<\/p>\n<p>In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg vergr\u00f6\u00dferte sich die j\u00fcdische Einwohnerschaft Ludwigshafens nochmals sehr stark durch <strong>Zuwanderung aus osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>1925<\/strong>, als zur Gemeinde 1.211 Personen geh\u00f6rten (1,3 % der Gesamteinwohnerschaft von etwa 100.000 Einwohnern).<\/p>\n<p>An der <strong>Religionsschule<\/strong> der Gemeinde erhielten 81 Kinder ihren Religionsunterricht; an den \u00f6ffentlichen Schulen wurde gleichfalls Religionsunterricht erteilt.<\/p>\n<p>An j\u00fcdischen <strong>Vereinen<\/strong> gab es insbesondere den<em> Israelitischen Lokalarmenverein<\/em>, den<em> Israelitischen Krankenunterst\u00fctzungsverein<\/em> (Unterst\u00fctzung Hilfsbed\u00fcrftiger, Bestattungswesen), den <em>Israelitischen Frauenverein<\/em> (Unterst\u00fctzung Hilfsbed\u00fcrftiger und Kranker; Unterkunft f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen), die <em>Ortsstelle des Central-Vereins<\/em>, der <em>J\u00fcdische Kulturverein<\/em> und eine <em>Ortsgruppe des Reichsbundes j\u00fcdischer Frontsoldaten<\/em>.<\/p>\n<p>An <strong>Stiftungen<\/strong> gab es vor allem die Arthur und K\u00e4the Netterstiftung: Beschenkung hilfsbed\u00fcrftiger Kinder zu Chanukkah).<\/p>\n<p>Die Gemeinde unterhielt ein <em>Cheder<\/em> (Lernstube); der J\u00fcdische Kultusverein hatte eine <em>Bibliothek<\/em> f\u00fcr die Gemeinde eingerichtet. 1932 gab es zur Koordinierung der Wohlfahrtspflege eine <em>\u00d6rtliche Zentrale f\u00fcr j\u00fcdische Wohlfahrtspflege.<\/em><\/p>\n<p>1924 geh\u00f6rten auch drei in <strong>Oggersheim<\/strong> lebende j\u00fcdische Personen zur Gemeinde in Ludwigshafen. 1925 schloss sich die Synagogengemeinde <a href=\"http:\/\/www.alemannia-judaica.de\/rheingoenheim_synagoge.htm\">Rheing\u00f6nheim<\/a> der Ludwigshafener Gemeinde an.<\/p>\n<p>Im Schuljahr 1931\/32 erhielten insgesamt 170 Kinder der Gemeinde Religionsunterricht.<\/p>\n<p><strong>Nach 1933<\/strong> ist ein Teil der j\u00fcdischen Gemeindeglieder (1933: 1.070 Personen) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.<\/p>\n<p>Bis 1. Januar 1937 war die Zahl der j\u00fcdischen Einwohner &#8211; obwohl noch Familien aus kleineren Landgemeinden zugezogen waren &#8211; auf 772 zur\u00fcckgegangen. Beim <strong>Novemberpogrom 1938<\/strong> wurde die Synagoge in Brand gesteckt, j\u00fcdische Wohnungen und Gesch\u00e4fte \u00fcberfallen, teilweise v\u00f6llig demoliert, j\u00fcdische M\u00e4nner in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. J\u00fcdische Frauen und Kinder wurden \u00fcber den Rhein nach Mannheim verbracht mit der Mahnung, nie wieder nach Ludwigshafen zur\u00fcckzukehren. Zwei Wochen sp\u00e4ter konnten sie zur\u00fcckkehren. Ab Mai 1939 wurden die verbliebenen j\u00fcdischen Einwohner in sog. &#8222;Judenh\u00e4user&#8220; einquartiert. Die letzten 183 j\u00fcdischen Einwohner wurden am <strong>22. Oktober 1940<\/strong> in das Konzentrationslager Gurs in S\u00fcdfrankreich verbracht.<\/p>\n<p>Im Von den in Ludwigshafen geborenen und\/oder l\u00e4ngere Zeit am Ort wohnhaften j\u00fcdischen Personen. Die <strong>in der NS-Zeit umgekommen<\/strong> sind in den Listen von <a href=\"http:\/\/www.yadvashem.org\/\">Yad Vashem, Jerusalem<\/a> und den Angaben des &#8222;<a href=\"http:\/\/www.bundesarchiv.de\/gedenkbuch\/directory.html\">Gedenkbuches &#8211; Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945<\/a>&#8220; angegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz Gemeindehaus Ludwigshafen Otto-Stabel-Str. 4 67061 Ludwigshafen In\u00a0Ludwigshafen bestand eine j\u00fcdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts zur\u00fcck. Die Zahl der j\u00fcdischen Einwohner entwickelte sich wie folgt: 1845 14 j\u00fcdische Einwohner (in zwei Familien), 1850 &#8211; 91, 1855 &#8211; 107, 1871 &#8211; 181, 1875 &#8211;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-56","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/56","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=56"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/56\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":193418,"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/56\/revisions\/193418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jkgrp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=56"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}