{"id":54,"date":"2012-01-21T11:05:55","date_gmt":"2012-01-21T09:05:55","guid":{"rendered":"http:\/\/jkgrp.de\/?page_id=54"},"modified":"2026-02-02T12:26:21","modified_gmt":"2026-02-02T10:26:21","slug":"speyer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jkgrp.de\/?page_id=54","title":{"rendered":"Speyer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Zentrales B\u00fcro der J\u00fcdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz<\/strong><br \/>\n<strong>Gemeindehaus Speyer &#8211; Synagoge Beith-Schalom<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Am Weidenberg 3<br \/>\n67346 Speyer<br \/>\nTelefon: 06232- 9901761\u00a0 Mo.- Fr. von 9:00 \u2013 12:00 Uhr.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Gebetszeiten: freitags 18:30 Uhr ; samstags 10:00 Uhr<\/strong><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Eine Voranmeldung &#8211; f\u00fcr die G\u00e4ste nur freitags Erew Schabbat &#8211; ist erforderlich. Bitte nutzen Sie dazu das oben stehende Kontaktformular.<\/strong><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\">(Bitte Ausweis mitbringen !!!)<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab eine jahrhundertelange Verbindung zwischen den St\u00e4dten Speyer (Spira), Worms (Warmaisa) und Mainz (Magenza) \u2013 auch SCHUM genannt, aus den Anfangsbuchstaben der hebr\u00e4ischen Namen dieser St\u00e4dte. Diese drei St\u00e4dte am Rhein fungieren als Geburtsorte der j\u00fcdisch-aschkenasischen Kultur.<br \/>\nEtwa 500 Jahre lang konzentrierte sich hier das intensive religi\u00f6se und b\u00fcrgerliche Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom 11. Jhdt. bis zum 14. Jhdt. haben sich hier j\u00fcdische Philosophen und Intellektuelle aus Italien, Frankreich und Spanien versammelt. Die Gemeinden hatten ein allgemeines Gericht und einen \u00c4ltestenrat, au\u00dferdem Synagogen und Schulen f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen. 40% der Mitglieder der Gemeinden<br \/>\nkonnten lesen und schreiben. Jedoch teilten diese Gemeinden das tragische Schicksal des Judentums. Die Gemein-<br \/>\nde in Speyer wurde zur Zeit der Pest (schwarzer Tod) im Januar 1349 praktisch vernichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1354 hat sich die Gemeinde wieder einigerma\u00dfen regeneriert, jedoch blieb die Lebenslage der Juden instabil und nach mehreren Verfolgungen haben fast alle Juden gegen Ende des 16 Jhdt. Speyer verlassen. Sie kehrten erst Anfang des 19. Jhdts. nach Speyer zur\u00fcck. F\u00fcr die Juden-Aschkenasim, die auf der ganzen Welt verteilt sind, sind diese drei St\u00e4dte heilig, sie werden das \u201eJerusalem Europas\u201c genannt. SCHUM wurde dem Welterbekomitee zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Welterbes vorgeschlagen, als besonders bedeutend gelten dabei die Denkm\u00e4ler der j\u00fcdischen SCHUM-Gemeinden. Sowohl das Judenbad als auch die<br \/>\nSynagogen f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner sind bis heute erstaunlich gut erhalten und f\u00fcr Besichtigungen offen. Der mittelalterliche Friedhof in Speyer existiert heute nicht mehr. Es wurden jedoch 50 Gr\u00e4ber gefunden, die aus den Jahren zwischen 1112 und 1443 stammen. Die Beschriftungen auf Hebr\u00e4isch erz\u00e4hlen uns von den Menschen und deren Leben in der j\u00fcdischen Gemeinde in Speyer \u2013 einer der bedeutendsten Gemeinden der aschkenasischen Juden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die H\u00e4user in der \u201ealten Judengasse\u201c wurden durch einen Stadtbrand im Jahre 1689<br \/>\nzerst\u00f6rt. An ihrer Stelle wurden im 18. Jhdt. neue Geb\u00e4ude erbaut. Nach und nach erkaufte die Stadt Speyer die H\u00e4user des j\u00fcdischen Viertels, sodass im Jahre 2010 ein Museum an einem symbolischen Datum, dem 9. November, er\u00f6ffnet werden konnte. Das Museum beherbergt die wichtigsten Erinnerungsst\u00fccke des Lebens der<br \/>\nJuden in Speyer: Originalfragmente der Synagogendekoration, des Judenbads, Grabsteine des mittelalterlichen j\u00fcdischen Friedhofs, Bodenfliesen, Gef\u00e4\u00dfe und M\u00fcnzensch\u00e4tze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt noch eine gute Nachricht aus Speyer: Auf dem St. Guido-Stifts-Platz entsteht eine neue Synagoge. Sie kr\u00f6nt die bedeutenden spirituellen und materiellen Vorkommnisse der Geschichte der Stadt Speyer. Diese Synagoge ist bereits die Dritte in Speyer: Sie ist die Nachfolgerin der ersten Synagoge, die im Jahre 1104 er\u00f6ffnete und mit der Vertreibung der Juden um 1500 nicht mehr existierte. Die zweite Synagoge, die im Jahre 1837 auf der Maximilianstra\u00dfe entstand, wurde in der Reichspogromnacht im Jahre 1938 niedergebrannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die dritte Synagoge in Speyer wird im \u201eJerusalem Europas\u201c erbaut und ich pers\u00f6nlich glaube fest an ihre gl\u00fcckliche Zukunft.<br \/>\nMaria Kireeva<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anf\u00e4nge der j\u00fcdischen Gemeinde in Speyer gehen auf das 11. Jh. zur\u00fcck, als zur Zeit des Baus des Speyerer Doms in seiner unmittelbaren N\u00e4he jeweils eine Synagoge f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen entstanden. Auch das Judenbad wurde gebaut, welches gemeinsam mit den Ruinen der beiden Synagogen bis heute \u00fcberdauert hat und nun als eines der wichtigsten Sehensw\u00fcrdigkeiten der Stadt fungiert.<br \/>\nIm 18 Jh. wurde durch die j\u00fcdische Gemeinde eine \u00a0Synagoge auf der Hauptstra\u00dfe von Speyer gebaut, die zu einem architektonischen Schmuckst\u00fcck der Stadt wurde. In diesem und den nachfolgenden Jahren befand sich ein gro\u00dfer Teil der Finanzen und des Handels der Stadt in den H\u00e4nden der j\u00fcdischen Unternehmer. Gleichzeitig erreichte die Mitgliederzahl der j\u00fcdischen Gemeinde ca. 300. Speyer ist ein Zentrum des j\u00fcdischen Lebens geworden und blieb es bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten.<br \/>\nIn der \u201eReichskristallnacht\u201c am 9. November 1938 fand mit der Zerst\u00f6rung der Synagoge das Leben der j\u00fcdischen Gemeinde in Speyer ein j\u00e4hes Ende.<br \/>\nSeit den 90er Jahren 20. Jh. begann das j\u00fcdische Leben in Speyer mit dem Auftauchen der ersten j\u00fcdischen Immigranten wieder aufzuleben. Heutzutage ist Speyer einer der Standorte der j\u00fcdischen Kultusgemeinde in Rheinpfalz. Unsere Mitglieder leben ein vollwertiges Leben und pflegen \u00a0religi\u00f6se Traditionen. In den letzten Monaten wurde die Tendenz zur Vergr\u00f6\u00dferung der\u00a0Mitgliederzahl unserer Gemeinde deutlich.<br \/>\nAls Basis unserer zuk\u00fcnftigen Arbeit sehen wir die L\u00f6sung zweier Aufgaben: Die Wiederbelebung des aktiven religi\u00f6sen Lebens in der Gemeinde und die soziale Unterst\u00fctzung unserer Mitglieder. Wir erhoffen uns davon einen Anreiz f\u00fcr neue Mitglieder.\u00a0Au\u00dferdem ist das abwechslungsreiche kulturelle Leben von Bedeutung. Mit dem Bau der neuen Speyerer Synagoge Beith-Schalom haben wir nun einen Ort der Begegnung, wo kulturelle und religi\u00f6se Veranstaltungen Platz finden.<br \/>\nDie Geschichte der Juden in Speyer liegt in besonderer Verantwortung unserer Generation der j\u00fcdischen Gemeinde. Unsere wichtige Aufgabe sehen wir vor allem darin, dass alle Juden, die in Speyer und Umgebung leben, sich unter dem Dach der Synagoge versammeln. Sie sollen sich nicht nur zu Gottesdiensten treffen, die mit der R\u00fcckkehr der Thora nach Speyer m\u00f6glich geworden sind, sondern sollen auch durch Veranstaltungen am gemeinsamen j\u00fcdischen Leben teilhaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">G. Aschkenasi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zentrales B\u00fcro der J\u00fcdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz Gemeindehaus Speyer &#8211; Synagoge Beith-Schalom Am Weidenberg 3 67346 Speyer Telefon: 06232- 9901761\u00a0 Mo.- Fr. von 9:00 \u2013 12:00 Uhr. Gebetszeiten: freitags 18:30 Uhr ; samstags 10:00 Uhr Eine Voranmeldung &#8211; f\u00fcr die G\u00e4ste nur freitags Erew Schabbat &#8211; ist erforderlich. 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